Wenig Spielraum für Kurssprünge
Dax-Ausblick: Öl und Euro belasten

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt werden sich in der kommenden Woche eher zurückhalten, vermuten Börsenbeobachter. Die Berichtssaison der Dax-Unternehmen laufe langsam aus, so dass von dieser Seite kaum Unterstützung zu erwarten sei, sagen einige Aktienstrategen.

HB FRANKFURT. Zwar hat der Dax am Donnerstag bei 6 162 Punkten den höchsten Stand seit fast fünf Jahren erreicht. Zum Wochenschluss büßte der Leitindex aber seine Kursgewinne wieder ein und verlor damit auf Wochensicht mehr als zwei Prozent. In nur zwei Tagen sei viel Porzellan zerschlagen worden, kommentierten Marktteilnehmer den Kursverfall.

„Der Blick dürfte sich wieder stärker auf Belastungsfaktoren wie den Ölpreis, mögliche Zinserhöhungen und den starken Euro richten“, erwartet Aktienstratege Sfeffen Neumann von der Landesbank Rheinland-Pfalz. Lange habe der Markt den Ölpreisanstieg und eventuell weiter steigende Zinsen ausgeblendet. „Das war auch nachvollziehbar, denn die gute Entwicklung der Unternehmensgewinne hat das überlagert. Aber irgendwann ist der Punkt erreicht, wo es wehtut“, ergänzt er. Neumann rechnet damit, dass der Dax in der kommenden Woche in einer Spanne von rund 6 000 bis 6 150 Punkten pendeln wird.

Auch Kapitalmarktexperte Kai Stefani von der Fondsgesellschaft Dit geht davon aus, dass sich der Leitindex in den kommenden Tagen weder deutlich nach oben noch nach unten bewegen wird. „Die Anleger dürften abwarten, denn in der nächsten Woche wird es wenige Impulse in die eine oder andere Richtung geben“, prognostiziert er. „Grundsätzlich bin ich aber optimistisch, da die Bewertung immer noch günstig ist.“

Technische Analysten sehen den Dax nun kurz vor einem mittelfristigen Verkaufssignal. Auslöser seien vor allem Verkäufe angelsächsischer Anleger, nachdem der Index auf Dollar-Basis umgerechnet auf ein Allzeithoch gesprungen ist. Die US-Anleger hätten sowohl mit den deutschen Aktien als auch mit dem Euro Geld verdient, sagen Händler. Dies sei „die beste aller Welten für ausländische Anleger“ gewesen, meint ein Beobachter, Anleger setzen da nicht auf Wiederholung. Eine erste Unterstützung sehen die Analysten auf den April-Tiefs bei 5 870 Punkten. Nach oben bilde allerdings schon der Bereich um 6 000 Punkte Widerstände.

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