Wettbewerb
Terminkontrakte auf einzelne Aktien finden reißenden Absatz

Standardisierte Terminkontrakte auf einzelne Aktien – Single Stock Futures (SSF) – erfreuen sich großer Beliebtheit. Diese Instrumente bieten vielfältige Möglichkeiten zur Umsetzung ausgefeilter Anlagestrategien.

FRANKFURT. Eine junge Derivate-Art sorgt für Furore. Standardisierte Terminkontrakte auf einzelne Aktien – Single Stock Futures (SSF) – erfreuen sich großer Beliebtheit. Diese Instrumente bieten vielfältige Möglichkeiten zur Umsetzung ausgefeilter Anlagestrategien. Auch in Deutschland finden diese Produkte zahlreiche Abnehmer, obwohl sie die Eurex erst seit einem halben Jahr offeriert. An Terminbörsen in Spanien, Südafrika, Hongkong, Indien und London genießen SSF bereits seit Jahren eine hohe Popularität.

Noch vor einem Jahr hatten sich Eurex-Vertreter vollkommen desinteressiert an SSF gezeigt. Nach der Veränderung gesetzlicher Rahmenbedingungen entschloss sich die weltgrößte Terminbörse im Oktober 2005 dann zur Einführung der Produkte. Seither gelang es der Eurex, sich auch bei SSF eine starke Position zu erarbeiten. Im März wurden erstmals mehr als eine Mill. SSF-Kontrakte umgesetzt, was gegenüber Februar einem Plus von 600 Prozent entspricht. Auch der europäische Konkurrent EuronextLiffe setzte im März rund eine Mill. Kontrakte um. Zum Vergleich: An der US-Terminbörse One Chicago – ein Joint Venture der großen Börsen Chicagos, CME, CBOT und CBOE, – wurden im März rund 400 000 Kontrakte gehandelt. Diese Börsen bleiben aber deutlich hinter der National Stock Exchange of India und Spaniens Meff zurück, die für März Rekordumsätze von 10,8 Mill. beziehungsweise 6,3 Mill. SSF-Kontrakten meldeten.

Single Stock Futures weisen gegenüber der Aktien-Direktanlage zahlreiche Vorteile auf. Der Anleger kann sich durch den Kauf mit geringem Einsatz (Initial Margin) von etwa 20 Prozent in der Aktie positionieren und auf steigende Kurse setzen. Angenommen eine Aktie notiert bei 49 Euro. Erwartet der Anleger einen Kursanstieg, kauft er zum Beispiel einen 100 Aktien abbildenden Future auf die Aktie mit Fälligkeit im Oktober zu 50 Euro. Nimmt man eine festgesetzte Einschussforderung (Margin) von zehn Euro je Aktie an, so hat er 1000 Euro zu zahlen. Mit diesem Einsatz kontrolliert er 100 Aktien. Steigt der Kurs der Aktie auf 50 Euro, wirkt sich dies auf der Ergebnisseite nicht aus. Steigt der Kurs auf 60 Euro, liegt sein Gewinn bei 1 000 Euro (bei einem Einsatz von 1 000 Euro). Fällt die Aktie auf 40 Euro, liegt sein Verlust bei 1 000 Euro. Der Anleger kann den Future an der Börse jederzeit verkaufen.

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