Wie die größte Börse der Welt fusioniert an der Börse startet
Gute Show, skeptische Zuschauer

Zum Start der Börsennotiz des weltgrößten Börsenbetreibers Nyse-Euronext haben es die Verantwortlichen in Paris so richtig krachen lassen – im wahrsten Sinne des Wortes. Doch weder den Gästen noch den Anlegern stand der Sinn nach einem rauschenden Fest.

Gegen viertel nach neun erschüttert ein lauter Knall den historischen Handelssaal des Palais Brongiart, des ehemaligen Sitzes der Pariser Börse. Verschreckt zucken einige der rund dreihundert geladenen Gäste zusammen. Über sie ergießt sich glitzernder Regen aus Aluminium-Konfetti, wie er oft auch nach Fußball-Finalspielen die Sieger umwirbelt.

Auf der Bühne steht lächelnd Jean-François Théodore, nunmehr Vize-Chef der Nyse-Euronext, hinter einem weiß geschwungenen Tisch vor einer riesigen Bildschirm-Wand. „Das ist der Beginn eines großen und neuen Abenteuers“, ruft er den meist in dunklen Anzügen gehüllten Teilnehmer der Börsenparty zu.

Doch weder bei den Gästen noch bei den Anlegern will rechte Feierlaune aufkommen. Punkt neun Uhr zu Beginn des Handels in Paris wurde der Eröffnungskurs der Nyse-Euronext-Aktie mit glatten 75 Euro festgesetzt – und damit um 0,81 Prozent unter dem rechnerischen Schlusskurs des Vortags. Bei den anwesenden Vertretern des Finanzplatzes Paris schwankt die Stimmung zwischen Optimismus und Skepsis. „Jetzt müssen wir erst einmal sehen, was aus dem Börsenriesen wird“, meint ein hochrangiger Vertreter von Frankreichs Bankenverband.

In Paris war nie Euphorie bei dem Gedanken aufgekommen, dass die von den Franzosen dominierte Vierländerbörse Euronext mit der Nyse verschmilzt. Denn die Fusion ist das Aus für die Unabhängigkeit der Euronext. Zwar sind Vertreter der Nyse und der Euronext gleichgewichtig im Board des Börsenbetreibers vertreten – aber die Mehrheit des Kapitals ist in den Händen der Nyse-Eignern, und die Konzernzentrale sitzt in New York.

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