Wieder neue Gerüchte um Dresdner
Spekulationen über Kooperation treiben Allianz-Aktie

Ein Magazinbericht über eine mögliche Kooperation von Allianz und Societe Generale hat der Aktie des Münchener Finanzkonzerns am Freitag ein kräftiges Plus beschert. Durch Marktspekulationen über einen Verkauf der Tochter Dresdner Bank zusätzlich getrieben, legte das Papier zeitweise mehr als zwei Prozent zu und gehörte damit zu den größten Gewinnern im Dax.

HB FRANKFURT/MÜNCHEN. „Diskutiert wird in Führungskreisen der Allianz ein Aktientausch mit der französischen Societe Generale“, berichtete die „WirtschaftsWoche“ in einer Vorabmeldung unter Berufung auf ein Aufsichtsratsmitglied der Allianz. Dies werde auch in „gut unterrichteten Kreisen“ der Societe Generale (SocGen) bestätigt. Die Allianz könnte zugleich Versicherungsgeschäft in Frankreich übernehmen, die Franzosen im Gegenzug Teile der Dresdner Bank.

In mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen hieß es aber, ein Anteilstausch zwischen Allianz und SocGen sei extrem unwahrscheinlich. Zwar könnte eine Verbindung mit einer Bank, die ähnlich groß sei wie die Allianz, deren Präsenz im Ausland stärken und ihr die nötige kritische Masse in dem sich rapide konsolidierenden Bankensektor geben. Gespräche mit möglichen Partnern gebe es aber nicht.

Zuvor hatte es am Markt Gerüchte gegeben, dass sich die Allianz von der Dresdner Bank komplett oder zumindest dem ihrer Investmentbanking-Tochter Dresdner Kleinwort trennen könnte. Als Interessenten wurden die beiden US-Rivalen Morgan Stanley oder JP Morgan genannt. Allianz, Dresdner Bank, JP Morgan, Morgan Stanley und SocGen lehnten Stellungnahmen ab.

Die „WirtschaftsWoche“ ließ offen, wie weit eine Zusammenarbeit von Allianz und SocGen gehen könnte. Die Formulierungen lassen von einer Vertriebskooperation bis hin zu einer Fusion mehrere Varianten zu. Zugleich zitierte das Magazin aber einen Allianz-Sprecher mit der Aussage, einen Verkauf oder eine Zerschlagung der Dresdner Bank werde es nicht geben. Der Münchener Konzern wollte dies auf Anfrage nicht wiederholen.

Die Allianz und die Dresdner Bank sind zuletzt wieder massiv ins Zentrum von Spekulationen geraten. Der Börsenbrief „Platow Brief“ hatte erst am Mittwoch angedeutet, die Deutsche Bank spreche mit der Allianz über einen Kauf des Dresdner-Privatkundenbereichs. Das Investmentbanking könne an die US-Wettbewerber JP Morgan oder Morgan Stanley gehen.

In Finanzkreisen hatte es dazu geheißen, es liefen keine Gespräche zwischen Deutscher Bank und Allianz. Mit der Situation vertraute Personen sagten am Freitag, Häuser wie Morgan Stanley oder JP Morgan würden von einem Kauf der Dresdner Kleinwort kaum profitieren. Mit gut 180 Euro hatten die Allianz-Papiere am Mittwoch den höchsten Stand seit rund fünf Jahren erreicht.

„Dass eine Allianz offen wäre, sich vom Corporate- und Investmentbanking-Geschäft zu trennen, halte ich nicht für ausgeschlossen“, sagte ein hochrangiger Investmentbanker. „Und wenn es die Möglichkeit gäbe, würden sich das viele ansehen.“ Andererseits sei ein Verkauf der Dresdner Kleinwort und des Firmenkundengeschäft eine überaus komplexe Transaktion, weil die Einheit aus dem Konzern herausgelöst werden müsse.

Spekulationen über einen Verkauf der Dresdner halten sich seit Jahren. Die Münchener hatten das Institut 2001 für 24 Mrd. Euro gekauft und unter größten Anstrengungen in den Konzern integriert. Hinzu kamen Milliardenverluste. Mittlerweile klappt die Zusammenarbeit besser: Immer mehr Produkte der Allianz werden über die Bankschalter der Dresdner verkauft und umgekehrt. Dennoch zweifeln Analysten, ob es für die Assekuranz sinnvoll ist, über die Dresdner auch im Firmenkundengeschäft sowie im Investmentbanking vertreten zu sein. Zugleich wiesen Experten mehrfach darauf hin, dass sich die Allianz durch die Zusammenarbeit mit einer europäischen Großbank Vertriebskanäle erschließen könnte.

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