Wissenskrise
Studie: Keine Ahnung von Finanzen

Was ist Inflation? Was passiert an der Börse? Und wozu ist die Soziale Marktwirtschaft gut? Fragen über Fragen - mit den Antworten tun sich viele Jugendliche schwer. Das ergab eine aktuelle Studie des Bankenverbandes. In einem Punkt sind die jungen Leute aber besser als gedacht.

HB Frankfurt. Jeder zweite Jugendliche hat von Geld und Finanzen keine Ahnung. Das ergab nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" eine repräsentative Umfrage des Bundesverbandes Deutscher Banken. "Alle reden über die Wirtschaftskrise, aber kaum einer versteht sie", sagte Verbandspräsident Andreas Schmitz der Zeitung.

Allerdings haben die jungen Leute durchaus Interesse, ihr Wissen zu verbessern: So wünschen sich laut Umfrage 74 Prozent ein eigenes Schulfach Wirtschaft. "Die Politik sollte sich überlegen, ob diese Krise nicht Anlass gibt, doch einmal darüber nachzudenken, ob die jungen Leute nicht Recht haben könnten", sagte Schmitz.

Dem Bericht zufolge gaben 56 Prozent der 753 Befragten im Alter zwischen 14 und 24 Jahren an, regelmäßig zu sparen. Und 71 Prozent legen demnach sogar viel Wert auf Sparsamkeit.Wenigstens ab und zu legen der Studie zufolge 33 Prozent Geld zurück, selten oder nie elf Prozent. Die wichtigsten Sparmotive sind größere Anschaffungen und die Ausbildung. Dabei können 14- bis 17-Jährige zumeist (78 Prozent) nur Beträge bis 50 Euro im Monat zur Seite legen. Bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 20 Jahren sparen 43 Prozent mehr als 50 Euro, bei den 21- bis 24-Jährigen sind dies sogar 66 Prozent.

"Mit ihrem eigenen Geld gehen die jungen Leute sorgsamer um, als wir Erwachsenen denken", sagte Schmitz. "Doch was sind Soziale Marktwirtschaft oder Inflationsrate? Kein Schimmer. Noch weniger von ihnen verstehen, was eigentlich an der Börse geschieht", kritisierte der Verbandschef.

Direkt von der Konjunkturkrise betroffen sehen sich die meisten jungen Leute der Befragung zufolge zumindest vorerst nicht. Die eigene wirtschaftliche Lage beurteilten 58 Prozent der 14- bis 24- Jährigen als gut und nur vier Prozent als schlecht. Die Lage ihrer Eltern empfinden 68 Prozent als gut. Beim Ansehen der Kreditinstitute hat die Krise dagegen Spuren hinterlassen. Eine gute oder sehr gute Meinung von Banken und Sparkassen haben demnach aktuell 71 Prozent. Vor drei Jahren waren es noch 77 Prozent.

Für die Studie wurden den Angaben zufolge Anfang April 753 junge Leute zwischen 14 und 24 Jahre vom Ipsos-Institut befragt, für eine vergleichende Analyse zudem 1003 Erwachsene ab 18 Jahre.

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