Wochenvorschau US-Börsen
Wall Street steht im Banne von Firmengewinnen

Nach wochenlangen Zinsspekulationen werden die Händler an der Wall Street in dieser Woche ihren Blick auf den Beginn der Berichtssaison richten. Viele Anleger hoffen, dass solide Firmengewinne den Sorgen über Konjunktur und Geldpolitik zumindest vorübergehend ein Ende bereiten und den Aktien neuen Schub geben.

HB NEW YORK. Aber eine Gewinnwarnung von 3M hat bereits Optimisten einen ersten Dämpfer verpasst. Der Hersteller von Klebeband und Post-it-Notizzetteln hatte am Freitag mitgeteilt, dass sowohl Umsatz als auch Gewinn hinter den Analysten-Erwartungen zurückbleiben - seine Aktie büßte neun Prozent ein. Rick Campagna vom Provident Investment Council dämpfte deshalb die hohen Erwartungen an die gesamte Berichtssaison: "Das Gewinnwachstum wird sich verlangsamen."

Auch andere Experten machen sich Sorgen, dass die Erwartungen diesmal übertrieben sind, nachdem viele Firmen ihre Gewinne vier Jahre lang jedes Quartal zweistellig erhöhen konnten. Einer Umfrage zufolge sollte der Gewinn aller Firmen im zweiten Quartal im Schnitt erneut um zwölf Prozent zulegen. "Wir sollten uns darüber klar werden, dass die Gewinne relativ zum Bruttoinlandsprodukt schon auf einem Allzeithoch sind - Was kann man da noch als Zugabe bieten?", fragt sich Gary Shilling, Chef seiner gleichnamigen Investment-Analysefirma.

Auch Larry Peruzzi von Boston Co Asset Management warnt, dass steigende Zinsen und das teure Öl ihre Spuren in den Bilanzen hinterlassen haben: "Die Fed hat seit zwei Jahren nichts anderes getan als die Zinsen zu erhöhen. Mit einem zweistelligen Gewinnwachstum zu rechnen, erscheint mir etwas über-optimistisch." Die US-Notenbank Fed hat bei mittlerweile 17 aufeinanderfolgenden Schritten ihren Schlüsselzins auf 5,25 Prozent angehoben. Weitere Erhöhungen hat die Fed von der Konjunktur- und Inflationsentwicklung abhängig gemacht. Deshalb dürften am Freitag die US-Einzelhandelsumsätze und das von der Universität Michigan erfasste Verbrauchervertrauen spannend werden.

Den Auftakt zur US-Berichterstattung über die Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal macht am Montag nach US-Börsenschluss traditionsgemäß Alcoa. In den ersten drei Monaten dieses Jahres hatte der weltgrößte Aluminiumhersteller seinen Nettogewinn mehr als verdoppelt. Weitere Höhepunkte dürften die Zahlen von PepsiCo am Donnerstag und General Electric am Freitag werden. "GE und Pepsico werden neben Alcoa wahrscheinlich am genauesten unter die Lupe genommen, da sie als Trendsetter wahrgenommen werden", erläuterte Analyst Fred Dickson von D.A. Davidson & Co.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte hatte am Freitag auch wegen den schlechten Nachrichten von 3M um 1,2 Prozent nachgegeben bei 11.090 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,67 Prozent auf 1265 Zähler, der Nasdaq Composite gab um 1,16 Prozent auf 2130 Punkte nach. Im Wochenverlauf verlor der Dow 0,53 Prozent, der S&P 500 gab 0,37 Prozent nach, der Nasdaq tendierte um 1,94 Prozent leichter.

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