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Wall Street vor schwerer Woche

Auch die Ankündigungen von US-Präsident George W. Bush zur Überwindung der Kreditkrise dürften die Wall Street nicht vor einer weiteren schweren Woche bewahren. Die Wirkung von Bushs Vorschlag dürfte auch deswegen begrenzt sein, weil es sich nach Ansicht von Experten mehr um langfristige Maßnahmen als um eine Rettung für die jetzt notleidenden Schuldner handelt.

HB NEW YORK. Zwar schloss der Dow Jones am Freitag nach Bushs Ankündigung und die Aussicht auf eine Zustimmung des Kongresses deutlich im Plus. Die Händler werden in den kommenden Tagen aber weiter auf das kleinste Zeichen für weitere Probleme am Hypotheken-Markt achten. Auch erste Anhaltspunkte für die Quartalsergebnisse und Daten zum Arbeitsmarkt werden mit Spannung erwartet.

"Der September entwickelt sich für die Märkte zu einem Monat von kritischer Bedeutung", sagte Keith Wirtz von Fifth Third Asset Management. Einige Unternehmen würden erste Hinweise darauf liefern, wie das dritte Quartal laufe. Allgemein sei alles interessant, was auf die Stimmung des Verbrauchers hindeute. Dabei sei der Einzelhandel von großer Bedeutung.

Zuletzt gab es aus dieser Sparte widersprüchliche Angaben: Während Tiffany überraschend positive Ergebnisse vorlegte und den Ausblick verbesserte, kündigte Sears einen Gewinnrückgang von 40 Prozent an. Der Konsum spielt für die amerikanische Wirtschaft eine zentrale Rolle.

Bush hatte am Freitag betont, dass es nicht die Aufgabe der Regierung sein könne, Spekulanten vor den Konsequenzen ihrer Entscheidungen zu schützen. Auch die Fed hatte deutlich gemacht, dass sie nur begrenzt eingreifen werde. Einflussreiche Demokraten im Kongress, dessen Zustimmung Bush für seine Pläne braucht, forderten in ersten Stellungnahmen dagegen ein stärkeres Eingreifen der Regierung.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte hatte am Freitag 0,9 Prozent höher bei 13 357 Punkten geschlossen. Der breiter gefasste S&P-500-Index gewann 1,12 Prozent auf 1 473 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 1,21 Prozent auf 2 596 Punkte zu. Für den August ergab sich für den Dow ein Plus von 1,1 Prozent, für den S&P von 1,3 und die Nasdaq von zwei Prozent. Statistisch gesehen ist der Dow im September eher schwach: Von 1950 bis 2006 verlor er in diesem Monat im Schnitt 1,1 Prozent.

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