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Wechselhafte Aussichten für die Wall Street

Die Hoffnungen auf eine entspannte Handelswoche vor dem Labor Day trügen. Die jüngsten Auswirkungen der Kreditkrise, die unberechenbaren Rohstoffpreise und der Beginn der heißen Phase des Präsidentschaftswahlkampfs dürften den Anlegern unruhige Tage bescheren. Tendenz: heiter bis wolkig.

HB NEW YORK. "Hier gibt es derzeit eine Menge widersprüchlicher Strömungen", sagt Jeffrey Kleintop von LPL Financial Services in Boston. "Öl, Finanznachrichten und Politik kommen zusammen und es ist kaum vorzustellen, dass sich diese Faktoren zu einem eindeutigen Abwärts- oder Aufwärtstrend verknüpfen."

Die Aktienanleger warten nervös auf die Entscheidung von Regierung und Notenbank, wie die angeschlagenen Hypothekenriesen Fannie Mae und Freddie Mac gerettet werden sollen. Dabei ist die Erwartung groß, dass Fed-Chef Ben Bernanke und Finanzminister Henry Paulson noch einmal tief in die öffentlichen Taschen greifen, um ein Zusammenbrechen der Kreditgeber für Mill. Hausbesitzer zu verhindern. Zugleich steht die Investmentbank Lehman Brothers im Rampenlicht, auf die die staatliche Korea Development Bank ein Auge geworfen hat.

Abgesehen von den anhaltenden Turbulenzen der Finanzkrise hinterlässt das Auf und Ab des Ölpreises deutliche Spuren in den täglichen Kursen. Die zunehmenden Spannungen zwischen dem Westen und Russland sowie Anzeichen für ein langsameres globales Wachstum dürften die Kosten für den Rohstoff auch in der kommenden Woche stark schwanken lassen. Schließlich blickt Amerika mit Spannung auf die Parteitage der Demokraten und Republikaner, von denen sie sich in dieser und in der kommenden Woche weitere Hinweise auf die Wirtschafts- und Finanzpolitik des künftigen Präsidenten erwarten.

In der Woche vor dem Labor Day fallen die Umsätze an den New Yorker Börsen traditionell schwach aus. Damit sind die Indizes aber auch anfälliger dafür, dass eine kleine Ursache auffällige Wirkungen erzeugt. "Es ist wichtig, daran zu denken, dass es sich um die letzte Augustwoche handelt", sagt Linda Duessel von Federated Investors in Pittsburgh. "Was immer geschieht, sollten wir mit Vorsicht aufnehmen."

Auf der Konjunkturseite werden am Dienstag neue Daten zum Verbrauchervertrauen und am Freitag zur Entwicklung der Privateinkommen Hinweise darauf geben, wie weit sich die größte Volkswirtschaft noch auf den Privatkonsum als treibende Kraft stützen kann. Das interessiert derzeit mehr als die vorläufigen Zahlen zum Wachstum im zweiten Quartal, die am Donnerstag bei 2,7 Prozent erwartet werden. "Der Markt wird sich die Daten genau ansehen, die Auskunft darüber geben, was als nächstes geschieht, welches Ausmaß die wirtschaftliche Verlangsamung erreichen wird", sagt John Praveen von Prudential Investments Advisers LLC in Newark.

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