Wohlstands-Report: Geldvermögen erholt sich nur langsam

Wohlstands-Report
Geldvermögen erholt sich nur langsam

Die privaten Haushalte haben die Finanzkrise noch nicht endgültig verarbeitet. Das weltweite Anlagevermögen liegt nach wie vor unter dem Stand des Jahres 2007. Das zeigt eine Studie der Allianz. Deutschland kommt in der Analyse etwas besser weg als andere Staaten. Aber auch hierzulande bleibt noch viel zu tun, um das Vertrauen der Anleger in die Märkte zurückzugewinnen.
  • 0

HB FRANKFURT. Das Geldvermögen der privaten Haushalte erholt sich einer Studie der Allianz zufolge weltweit nur schleppend vom Schock der Finanzkrise. Zwar gab es von 2008 auf 2009 ein kräftiges Plus von 7,5 Prozent auf 82,230 Billionen Euro, wie der Versicherungskonzern am Dienstag in Frankfurt vorrechnete. Dennoch liege in den 50 untersuchten Staaten das bei Banken, Versicherern und am Kapitalmarkt angelegte Vermögen noch immer um knapp vier Prozent unter dem Vorkrisenniveau: 2007 verfügten die privaten Haushalte brutto insgesamt über 85,590 Billionen Euro Geldvermögen.

"Die Finanzkrise ist in der Entwicklung der Geldvermögen noch nicht verarbeitet", erklärte Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise bei der Vorstellung des ersten "Global Wealth Reports" des Versicherers, der künftig jährlich vorgelegt werden soll. Dies gelte vor allem für die Industrieländer, die vom Einbruch der Finanzmärkte besonders betroffen gewesen seien.

Deutschland komme etwas besser weg, weil hierzulande die Sparquote vergleichsweise hoch sei und Anleger riskantere Anlagen wie Aktien eher scheuten als in anderen Ländern.

Dass die Deutschen ihr Geld eher konservativ etwa auf Tagesgeldkonten oder bei Versicherern anlegen - ein Trend, der durch die Krise noch bestärkt wurde - bringe aber auch weniger Rendite. Mit einem Pro-Kopf-Geldvermögen von rund 57 000 Euro liege Deutschland im internationalen Vergleich auf Platz 16.

Die Rangliste der reichsten Länder wird demnach mit großem Abstand von der Schweiz (163 732 Euro pro Kopf) angeführt. Auf den Plätzen folgen die USA (101 762), Dänemark (96 242), die Niederlande (91 798) und Japan (88 659).

Allerdings trügt das Bild zumindest zum Teil: So wird zum Beispiel Immobilienbesitz in den Zahlen nicht berücksichtigt. Heise erklärte: "Wir wollen hier keinen Wohlstandsvergleich machen, schon gar nicht in Kaufkraft. Unser Ziel ist, die Versicherungs- und Bankenmärkte zu analysieren."

Heise sieht noch viel Arbeit vor der Politik und der Finanzbranche, das Vertrauen von Anlegern in die Märkte zurückzugewinnen. "Wir hatten im Grunde das dot.com/Subprime- Jahrzehnt, das einen doppelten Schlag für Wertpapieranleger gebracht hat", sagte er mit Blick auf die beiden Krisen des vergangenen Jahrzehnts, den Börsencrash und die Krise um Schrotthypotheken.

Kommentare zu " Wohlstands-Report: Geldvermögen erholt sich nur langsam"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%