Zertifikate
Börse Stuttgart schafft Parketthandel ab

Die Börse Stuttgart setzt im Konkurrenzkampf mit dem Branchenprimus Deutsche Börse in Zukunft auf den vollelektronischen Handel. Ab 2007 wird der Zertifikatenhandel umgestellt, später wird der Aktienhandel folgen.

STUTTGART. Die Börse Stuttgart setzt im Konkurrenzkampf mit dem Branchenprimus Deutsche Börse in Zukunft auf den vollelektronischen Handel. Ab 2007 würden die Kurse im Zertifikatehandel elektronisch und nicht mehr durch Händler festgestellt, teilte die Börse mit. Später werde auch der Aktienhandel umgestellt. Damit stelle man sich dem immer schärferen Wettbewerb unter den Börsen und mit außerbörslichen Handelsplattformen, sagte Thomas Munz, Chef des Börsenträgervereins. Dabei gehe es unter anderem um die Ausführungsgeschwindigkeit. Auf mögliche Fusionen mit anderen Börsen habe die Neuerung keine Auswirkung. „Wir setzen aber so zunächst auf Eigenständigkeit“, sagte Munz.

Die sieben deutschen Regionalbörsen, auch Parkettbörsen genannt, bedienen sich des bislang üblichen Handelsverfahrens mit einem Orderbuchführer als zentralem Akteur. Die früher als „Kursmakler“ amtlich bestallten Skontroführer führen bislang die Wertpapieraufträge zusammen, die ihnen ursprünglich von Händlern zugerufen wurden. Mittlerweile dominiert auf dem Parkett aber auch Elektronik. Die Skontroführer sitzen vor Bildschirmen, auf denen die Order angezeigt werden. Die Geschäfte werden per Mausklick bestätigt. Allerdings wird nur noch Bruchteile des Börsengeschäfts so abgewickelt. Das elektronische Handelssystem Xetra der Deutschen Börse hat im Aktienhandel die Oberhand gewonnen, weil es schneller und oft preiswerter ist.

Stuttgart will im Handel mit Zertifikaten und Optionsscheinen die elektronische Preisfeststellung als erstes einführen. Denn Frankfurt will den Schwaben, dem Marktführern im Zertifikatehandel, erst im vierten Quartal 2007 mit einem elektronischen System Marktanteile streitig machen. Die neue Handelsorganisation mache Stuttgart auch flexibler, zum Beispiel für die Einführung des Fondshandels.

Für Anleger ändert sich zunächst durch die Umstellung in Stuttgart nicht viel. Möglicherweise wird durch die Zusammenfassung von Börsengebühr und Maklergebühr der Handel günstiger. Stärker betroffen sind die Skontroführer. Im Zertifikatebereich wird die Euwax AG als „Quality-Liquidity-Provider“ den Handel betreuen. Der Broker Baader, der erst vor kurzem Skontroführer wurde, verliert Munz zufolge die Aufgaben im Zertifikatebereich.

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