Zetsche folgt auf Schrempp
Börsianer jubeln über Wechsel an Daimler-Spitze

Die Ära von Jürgen Schrempp an der Spitze von Daimler-Chrysler ist nach einer Reihe strategischer Fehlschläge vorzeitig beendet. An der Börse sorgte die überraschende Nachricht für ein regelrechtes Kursfeuerwerk.

HB STUTTGART. Die Aktie gewann satte zehn Prozent, der Börsenwert von Daimler-Chrysler erhöhte sich um 3,7 Mrd. €. Der seit der Fusion zu Daimler-Chrysler drastisch eingebrochene Aktienkurs markierte am Donnerstag mit 40 € den höchsten Stand seit Oktober 2002. Zuletzt wurde der Titel bei 39,80 Euro, einem Plus von 9,52 Prozent, nur knapp darunter gehandelt.

Daimler-Chrysler stellte bis zum Mittag sowohl bei Kursentwicklung als auch bei der Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer alle anderen Unternehmen in den Schatten, wie es ein Händler sagte.

„Schrempp hat in der Vergangenheit viele strategische Fehlentscheidungen getroffen“, sagte Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. Ein Aktienhändler urteilte: „Schrempp ist mit seinem Vorhaben, einen globalen Autokonzern zu formen, kläglich gescheitert. Er hat mit den Zukäufen von Mitsubishi und auch Chrysler eine gute Marke ruiniert.“ Die Aktionärsvereinigung DSW resümierte, die Anteilseigner hätten die „Zeche“ für das Scheitern von Schrempps Strategie gezahlt.

Analyst Pieper sagte, mit Zetsche werde nun „frischer Wind bei Daimler-Chrysler einkehren“. Der 52-Jährige habe mit der Sanierung von Chrysler einen „guten Job“ gemacht, ergänzte HVB-Experte Georg Stürzer.

Auch mit dem Betriebsgewinn in Höhe von 1,7 Mrd. € überraschte Daimler-Chrysler positiv. Finanzexperten hatten einen Rückgang auf 1,28 (Vorjahr: 2,1) Mrd. € erwartet. Das Konzernergebnis stieg um 28 % auf 737 Mill. € und lag damit deutlich über den Analystenerwartungen. Bei einem anhaltend schwachen Absatz im Pkw-Geschäft kletterte der Konzernumsatz um vier Prozent auf 38,4 Mrd. €. Für das Gesamtjahr strebt Daimler-Chrysler einen leichten Absatzzuwachs an. Ohne die Belastungen von mehr als 1,1 Mrd. € aus der Sanierung von Smart soll das operative Ergebnis leicht über dem Vorjahreswert von 5,8 Mrd. € liegen.

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