Zinsentscheidungen und Konjunkturdaten weisen die Richtung
Dax-Ausblick: Warten auf Trichet

Zahlreiche US-Konjunkturdaten und die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank werden in der kommenden Woche die Kurse am deutschen Aktienmarkt prägen. Auch der Atomkonflikt mit dem Iran und damit die Entwicklung des Ölpreises dürften stärker ins Blickfeld der Anleger rücken.

HB FRANKFURT Der Berg kreisste und gebar eine Maus: Die von den Märkten mit Spannung erwartete Rede des US-Notenbank-Chefs Ben Bernanke beim Notenbank-Symposium in Jackson Hole gab keine Hinweise auf die amerikanische Geldpolitik. Analysten hatten damit gerechnet, dass er weitere Wachsamkeit bezüglich der Inflation anmahnen werde. Wichtige Hinweise über die künftige Zinspolitik der US-Notenbank erhoffen sich die Strategen nun von der für Dienstag erwarteten Veröffentlichung des Protokolls der Sitzung des Fed-Offenmarktausschusses vom 8. August.

Neben der Abkühlung der US-Wirtschaft und der Frage, ob die US-Notenbank Fed am Ende ihres Zinserhöhungszyklusses angekommen sei, könnte ein verschärfter Konflikt mit dem Iran die Investoren in der kommenden Woche verunsichern, sagte Tammo Greetfeld von der HVB. Am Donnerstag läuft das Ultimatum des UN-Sicherheitsrats für den Iran zur Aussetzung der Uran-Anreicherung ab. „Einen großen Spielraum nach oben sehe ich beim Dax in der kommenden Woche nicht“, sagte Greetfeld. „Es gibt mehr Risiken als Chancen.“

Zusätzlichen Gegenwind für die Börsen könnte in den kommenden Wochen von der derzeitigen Hurrikan-Saison in der Karibik kommen, heißt es im Handel mit Blick auf den Tropensturm „Debby“. Momentan sehe es zwar danach aus, dass „Debby“ das Festland nicht erreiche, allerdings würden Erinnerungen an die Hurrikan-Saison 2005 wieder wach. Zum gleichen Zeitpunkt des Jahres 2005 habe es jedoch schon fünf berichtenswerte Wirbelstürme gegeben, relativiert ein Händler Befürchtungen. „Katrina“ wütete am 29. August 2005 über New Orleans.

Für Steffen Neumann von der Landesbank Rheinland-Pfalz spielt vor allem die Politik der Notenbanken diesseits und jenseits des Atlantiks die entscheidende Rolle. „Die große Frage ist, was macht die Geldpolitik“, sagte Neumann. Seiner Einschätzung nach dürften die Währungshüter in den USA und der Euro-Zone besonnen auf die konjunkturelle und inflationäre Entwicklung in den entsprechenden Regionen reagieren. „Sowohl die US-Notenbank wie auch die EZB sollten die Märkte nicht negativ überraschen“, sagte Neumann. „Die kommende Woche könnte daher positiv für die Aktienmärkte ausgehen.“

An den Finanzmärkten wird weithin erwartet, dass die EZB auf ihrer Ratssitzung am Donnerstag den Leitzins bei 3,00 Prozent belassen wird. Umso genauer dürften die Anleger daher den Äußerungen von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet lauschen. „Trichet könnte eine Zinserhöhung Anfang Oktober vorbereiten“, sagte Manfred Jakob von der SEB-Bank. In einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters rechneten alle 61 Teilnehmer mit einer Leitzinserhöhung Anfang Oktober um 25 Basispunkte auf dann 3,25 Prozent.

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