Zusammenschluss von New Yorker Börse und Handelsplattform Archipelago
Börsenfusion geht auf die Zielgerade

Die New Yorker Börse und die vollelektronische Handelsplattform Archipelago stehen kurz vor dem Abschluss ihrer Fusion. Gestern bezeichnete die US-Börsenaufsicht SEC die rechtlichen Unterlagen zur Gründung einer neuen Dachgesellschaft für beide Börsen als „gültig“. Damit ebnet die SEC den Weg für eine Abstimmung über den Zusammenschluss am 6. Dezember in getrennten Versammlungen der Eigner von New York Stock Exchange (Nyse) und Archipelago.

tmo NEW YORK. Kurz nach dem Jahreswechsel wollen die ungleichen Partner ihre Fusion abschließen. Die 213 Jahre alte NYSE ist die weltgrößte Börse nach dem Wert der notierten Unternehmen. Ihr Handelsparkett an der Wall Street wurde zum Sinnbild der weltweiten Finanzmärkte. Die erst 1997 gegründete Plattform Archipelago bringt leistungsfähige Systeme für den elektronischen Wertpapierhandel und eine Börsennotierung mit. Beides braucht die bislang als privater Verein organisierte Nyse laut Experten dringend, um im Wettbewerb mit Rivalen wie der US-Technologiebörse Nasdaq, der Deutschen Börse und der europäischen Mehrländerbörse Euronext mitzuhalten. Archipelago handelt zudem nicht nur mit Aktien, sondern auch mit Optionen, börsennotierten Fonds und bald mit Anleihen.

Einige Eigner der Nyse fühlen sich jedoch bei der Archipelago-Übernahme benachteiligt. Einige haben vor Gericht gegen die Fusion geklagt, das Verfahren läuft noch. „Noch ist nichts entschieden“, sagte gestern Ted Weisberg, Gründerchef der Händlerfirma Seaport Securities und Inhaber von zwei der 1 366 Nyse-„Sitze“, die Mitgliedschaften im Börsenverein entsprechen. Weisberg steht der Fusion nach eigenen Angaben neutral gegenüber.

Ein anderer Beobachter wertete den nun festgesetzten Abstimmungstermin als Signal dafür, dass Nyse-Chef John Thain keinen ernsthaften Widerstand gegen seinen Fusionsplan mehr erwartet. Thain benötigt bei dem Treffen am 6. Dezember die Zustimmung von zwei Dritteln der Sitzinhaber. Die Nyse hatte die Abstimmung zunächst für Oktober, später für November angekündigt.

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