Zuverlässige Prognose
Wie der Ifo-Index die Märkte bewegt

Der Ifo-Index bewegt Konjunktur und Börse gleichermaßen. Fällt er unter 85 Punkte, dann steigen die Kurse. Erklimmt er ein Hoch, dann fallen sie. Wer die Zusammenhänge kennt, kann gut verdienen. Wann Anleger am Besten einsteigen - und wann am Besten verkaufen.
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DÜSSELDORF. Markante Tiefs des Ifo-Geschäftsklimaindexes sind in der Regel Auftakt für eine mehrjährige Börsen-Hausse. Umgekehrt gibt ein extrem hohes Ifo-Niveau das Signal für eine Baisse, wie Untersuchungen belegen. Daraus folgt: Der monatliche Frühindikator Ifo und seine neuen Zahlen am heutigen Freitag finden in der Börse einen zuverlässigen und noch früheren Frühindikator.

Als der Ifo-Index im vergangenen Jahr unter die Marke von 85 Punkten fiel und damit auf tiefes Rezessionsniveau einschwenkte, war das für Börsianer die Steilvorlage für das baldige Ende der Talfahrt und Beginn einer Hausse. Denn jedes Mal, wenn der Ifo-Index ein solch niedriges Niveau erreicht hatte, notierten die Aktienkurse in den Folgejahren deutlich höher. "Anfangs glauben zwar viele, dass die steigenden Kurse fundamental nicht unterlegt sind. Doch solch eine angebliche Erwartungsblase fürchten Akteure jedes Mal", sagt Andreas Hürkamp von der Commerzbank.

Ifo-Höchststände alarmieren Anleger

Am besten ist die Performance, wenn Anleger ein paar Monate nach einem Ifo-Tief einsteigen und mindestens zwei oder drei Jahre dabeibleiben. Doch auch schon zwölf Monate später ergibt sich schon ein ansehnliches Plus. Dieses Mal notierte der Dax zwölf Monate nach dem Ifo-Tief neun Prozent höher. Bis gestern stieg das Plus auf ansehnliche 19 Prozent.

Auf der anderen Seite gilt, dass Ifo-Höchststände für die Börse ein Alarmsignal erster Güte sind. Die Aktienkurse kippen nicht sofort, aber stets nach einigen Monaten. Solch eine Verzögerung bietet also noch genug Zeit zum rechtzeitigen Ausstieg. Markantes Beispiel dafür ist der Weltwirtschaftsboom zwischen 2004 und 2007. Der viel beachtete Konjunkturindex stieg 2006 von einem Hoch zum nächsten. Im Februar 2006 beurteilten die 7 000 befragten deutschen Unternehmen ihre Situation so euphorisch wie seit 15 Jahren nicht mehr. Die Konsequenz damals: Die Aktienkurse knickten kurzzeitig ein.

Erst als der Ifo-Index anschließend nicht sofort weiter fiel, sondern noch monatelang auf extrem hohem Niveau verharrte, erholten sich die Börsenkurse wieder ein wenig. Die Wirtschaft boomte immer kräftiger; ganz besonders die vielen deutschen exportorientierten Firmen profitierten vom investitionsgetriebenen Aufschwung der Weltwirtschaft und ihrer starken Präsenz in den Schwellenländern. Die Unternehmensgewinne und-margen stiegen von Rekord zu Rekord. Dennoch: Ordentliche Kursgewinne fuhren Anleger seit dem Ifo-Hoch nicht mehr ein. Diese ergaben sich nur vor und während des Ifo-Anstieges.

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