Zweitnotierung im Ausland bringt wenig
Deutsches Aktieninstitut bemängelt steigende Kosten

Zweitnotierungen an ausländischen Börsenplätzen sind für deutsche Aktiengesellschaften zunehmend mit hohen Kosten und einem häufig überschätzten Nutzen verbunden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Deutschen Aktieninstituts (DAI), die in Zusammenarbeit mit der Anwaltskanzlei White & Case entstanden ist und sich speziell mit den Zweitlistings in den USA, Großbritannien, Frankreich und der Schweiz beschäftigt.

scc FRANKFURT/M. Spitzenreiter unter den im Deutschen Aktienindex (Dax) vertretenen Unternehmen ist Volkswagen mit insgesamt 13 Auslandnotierungen, gefolgt von Bayer (elf), der Deutschen Bank (zehn), Daimler Chrysler (neun) und der Allianz (fünf). Rapide bergab geht die Zahl der Notierungen an ausländischen Börsen bei den Nebenwerten. Die im MDax gelistete Hypo Real Estate ragt hier mit zwei Listings heraus.

Die Unternehmen versprechen sich vom Gang ins Ausland nach Einschätzung des DAI den Zugang zu neuen Investorenkreisen, erweiterte Finanzierungsmöglichkeiten sowie eine gesteigerte Reputation. In der Praxis kann ein verbesserter Zugang zu institutionellen Investoren aber nicht nachgewiesen werden, heißt es in der Studie. Auch dauerhaft höhere Börsenumsätze werden nur von wenigen Unternehmen erzielt. Lediglich eine höhere Reputation winkt, zumindest bei einem Listing in New York.

Deutlich größer sind die Nachteile: Die Liste geht von steigenden Kosten für Zulassungs- und Grundgebühr bis zu den kapitalmarktrechtlichen Zulassungsfolgekosten. Bei kleinen Unternehmen werden die Gebühren pro Jahr auf 800 000 bis zwei Mill. Euro geschätzt. Bei Dax-Werten können fünf Mill. Euro oder mehr anfallen. Hinzu kommen gerade in den USA hohe Haftungsrisiken und Marktaustrittsbarrieren.

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