Zykliker haben anfangs die besten Chancen
Börse muss Zinswende nicht fürchten

Die Börsen brauchen sich vor steigenden Zinsen nicht zu fürchten. Das belegen Untersuchungen mehrerer Investmentbanken. Erst viele Zinsschritte hintereinander haben demnach negativen Einfluss auf die Kurse.

DÜSSELDORF. Auch die Vorstellung, dass die Kurse konjunkturempfindlicher Aktien (besonders stark) fallen, ist falsch. Sie leiden weniger unter den Zinserhöhungen als sie vom gleichzeitigen Konjunkturaufschwung profitieren. Ausnahme sind kleinere Werte, die so genannten Small-Caps. Sie reagieren gewöhnlich schon nach ersten Zinsschritten mit Kursabschlägen.

Wochenlang traten die Kurse auf der Stelle. Bei dünnen Umsätzen wagte sich vor der Zinsentscheidung kaum jemand in den Markt. Die Vorsicht war überflüssig, denn die Erhöhung der US-Leitzinsen am Mittwochabend um einen Viertelprozentpunkt auf 1,25 Prozent war erwartet worden. Auch an der Einschätzung, dass die Zinsen in den nächsten Monaten maßvoll weiter erhöht werden, hat sich nichts geändert. Die Notenbank ließ in ihrem Kommentar keinen Zweifel daran, die Konjunkturentwicklung im Blick zu behalten, bei steigendem Inflationsdruck aber notfalls auch stärker an der Zinsschraube zu drehen.

Anleger sind deshalb gut beraten, Investitionsentscheidungen nicht auf die nächste und übernächste Notenbanksitzung zu verschieben. Zinstiefs im vergangenen Jahrhundert zeigen, dass sich die Börsen nach Beginn einer Zinswende vom ersten Rückschlag rasch erholen. Statistisch gesehen notiert der Dow Jones ein halbes Jahr nach der ersten Zinserhöhung drei Prozent höher als vorher. Die US-Firma Ned Davis Research fand heraus, dass Aktien drei, sechs und sogar zwölf Monate nach der Zinswende höher stehen. „Erst mehrere Zinsschritte hintereinander bremsen die Kurse aus“, hat Gertrud Traud von der Bankgesellschaft errechnet. Nach Auswertung der Zinserhöhungsphasen seit Beginn der siebziger Jahre kommt sie zu dem Ergebnis, dass es gute Chancen für höhere Kurse in den ersten Monaten nach dem ersten Zinsschritt gibt. „Diesmal wird die Entwicklung besonders gut sein. Weil Belastungsfaktoren wie der hohe Ölpreis wegfallen, winkt dem Dax eine schöne Sommer-Rally“, ist Traud für die Zeit bis zum Frühherbst „extrem optimistisch“. Sie billigt dem Dax Potenzial bis 4 500 Punkte zu.

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