2004 wird wieder ein Rekordjahr für Derivate werden
Im Turbo-Gang vorwärts

Das Jahr 2003 brachte Emittenten Rekordumsätze in Derivaten – und im nächsten Jahr wird vermutlich noch mehr umgesetzt werden. Angesichts der unsichereren Börsenlage ist es kein Wunder, dass diese Geschäfte boomen, mit denen Anleger ihr Depot absichern oder an der Spekulation auf eine Seitwärtsbewegung verdienen können.

FRANKFURT. Dabei werden sich einige Nachfragetrends fortsetzen. So werden sich etwa „Turbos“ weiter etablieren. Mit geringem Geldeinsatz lassen sich mit den Papieren hohe Gewinne erzielen, der Hebel ist also groß – doch wird eine bestimmte Knock-out-Schwelle erreicht oder unterschritten, werden die Produkte wertlos; das Risiko der Produkte ist demnach hoch. Die neuste Variante sind unlimitierte Papiere auf Aktien, nachdem es bislang nur unlimitierte auf Indizes wie den Deutschen Aktienindex oder limitierte auf Einzeltitel gab. Momentan findet der Großteil des Marktumsatzes in Dax-Turbos statt, aber die neuen unlimitierten Einzeltitel-Turbos dürften einige Anleger interessieren.

Als Innovation kamen 2003 „Bonuspapiere“ auf den Markt, die die Hypovereinsbank erstmals am 7. April 2003 emittiert hat. Dabei erhält der Anleger eine festgelegte Rückzahlung am Ende der Laufzeit, falls die zu Grunde liegende Aktie den Bonuskurs nicht übersteigt und während der Laufzeit nicht auf oder unter die „Bonusschwelle“ gefallen ist. Wenn sie den Bonuskurs übersteigt, partizipiert der Anleger vollständig an der Kursentwicklung der Aktie. Nach Scheinen auf Indizes, Aktienbaskets und Einzeltitel brachte die Commerzbank zuletzt die Variante „Pro“-Variante, die den Beobachtungszeitraum für die Kursentwicklung auf die letzten ein bis drei Monate begrenzt. Wenn die Volatilitäten (erwarteten Schwankungsbreiten am Aktienmarkt) aber weiter sinken und die Zinsen leicht steigen sollten, dürften die Bonuspapiere weniger interessant werden. Dafür werden dann Airbag- und Garantieprodukte in den Vordergrund rücken.

Sinkende Volatilitäten machen Optionsscheine attraktiver. Nach Angaben von Alexander Klatt von der Citigroup ist bei den Optionsscheinen aktuell eine Nachfrageverschiebung zu beobachten: Fanden im ersten Quartal rund 70 Prozent der Umsätze in europäischen Indexprodukten (vor allem im Dax) statt, steigen momentan europäischen Aktienoptionsscheine in der Gunst der Anleger.

So lange die Volatilitäten nur leicht zurückgehen und nicht drastisch fallen, werden Anleger die seit längerem beliebten Discount-Zertifikate nachfragen – Papiere, mit denen man Aktien mit einem Abschlag zum aktuellen Kurs kaufen kann, wobei die Gewinne nach oben aber begrenzt sind.

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