Afrikanische Schätze
Rohstoffvorkommen machen Investitionen attraktiv

Schwarzafrika ist so ziemlich die letzte Weltregion, in der Anleger ihr Kapital investieren würden. Nachrichten über Bürgerkriege, Korruption, Hungersnöte und Seuchen sorgen fast täglich für Negativschlagzeilen. Das scheint kein Nährboden für Gewinn bringende Geldanlagen zu sein, auch wenn die Region reich an Rohstoffen ist.

HB FRANKFURT/M. Der Eindruck täuscht. Denn einige Staaten haben die politischen Weichen durchaus richtig gestellt – ohne dass dies in das breite Bewusstsein drang. Dadurch und vom Boom der Rohstoffpreise angetrieben, beginnen internationale Minengesellschaften, ihre Ziele abzustecken.

Wenige Anleger kennen beispielsweise die Erfolgsstory des Senegals. Das Land wächst mit Raten von über sechs Prozent pro Jahr. Indien ist das Vorbild des Präsidenten. Und der will Senegal zu einem Dienstleistungszentrum entwickeln und damit ausländische Investoren anziehen. Auch Mali gilt als positives Beispiel. Dort sollen dreistellige Millionenbeträge in den Ausbau der Minenindustrie investiert werden. Es geht vor allem um das Geschäft mit Gold, Diamanten und Basismetallen. Die in London börsennotierte Randgold Resources eröffnete soeben ihre erste Goldmine im Tagebau. Das kanadische Unternehmen Nevsun Resources rechnet mit dem Produktionsstart seiner Goldmine zur Jahreswende. Im Ölgeschäft will Mali ebenfalls Fuß fassen wie seine Nachbarn Algerien, Mauretanien und Niger. Explorationskonzessionen an internationale Firmen wurden bereits vergeben.

Als heißeste Wette unter mutigen Börsianern gilt derzeit der Kongo. Noch Anfang des Jahrzehnts hatten sich wegen des zerstörerischen Bürgerkrieges viele Minengesellschaften aus dem Land zurückgezogen. Im Norden und Osten des Landes tobt weiterhin ein Bürgerkrieg – in den anderen Gebieten hat sich die Lage beruhigt. Beraterfirmen vor Ort sehen neue Chancen für eine Wiederbelebung der darnieder liegenden Förderindustrie und weisen dabei auch auf die milliardenschweren Hilfsprogramme der Weltbank hin.

Mit UN-Unterstützung sind bis Mitte kommenden Jahres im Kongo die ersten freien Wahlen seit fast einem halben Jahrhundert geplant. Manche kleine Gesellschaften, aber auch erste große Unternehmen wagen den Schritt in das Land. Anfang des Monats kündigte die US-Firma Phelps Dodge den Mehrheitserwerb an einem Rohstoffprojekt an, das mit der Förderung Anfang 2008 beginnen könnte. Der Chef der weltweit zweitgrößten Kupfergesellschaft schwärmt vom größten und reichsten unentwickelten Kupfer- und Kobaltvorkommen, für das eine Erschließung geplant sei.

Mut zum Risiko scheint jetzt gefragt zu sein. Immerhin wird Phelps Dodge mehrere Hundert Millionen Dollar investieren müssen. Nach Aussagen des Chefs von Anglogold Ashanti, dem international zweitgrößten Goldförderer, sinkt derzeit die Ausbeute der Minen in den klassischen Förderländern USA, Australien und Südafrika. Daher suchten die Unternehmen nach alternativen Standorten für die Förderung. Anglogold Ashanti exploriert daher unter anderem im Kongo und erwägt eine Mineneröffnung in vier Jahren.

Anleger müssen bei Engagements auf dem Kontinent starke Nerven mitbringen. Konkrete Kaufvorschläge geben nur Querdenker unter den Börsenexperten. Dazu gehört etwa der in den USA bekannte Doug Casey, Leiter der Researchfirma in Phoenix, Arizona. Die politischen Fortschritte insbesondere im Kongo beeindrucken den Globetrotter. Casey sieht beispielsweise Gewinnchancen für kanadische Nebenwerte mit Geschäftsinteressen im Kongo.

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