Aktie von Pro Sieben Sat 1 ist Spielball der Spekulanten
Besser als Fernsehen

Der vergangene Freitag war wieder so ein Tag. Um die Mittagszeit kamen Gerüchte auf, der französische Sender TF 1 werde die deutsche Fernsehgruppe Pro Sieben Sat 1 übernehmen.

MÜNCHEN. Der Auslöser der Spekulation war trivial, denn TF 1 hatte lediglich angekündigt, seine Quartalszahlen einige Tage früher als geplant vorzulegen. Trotzdem schoss die Pro-Sieben-Aktie innerhalb weniger Minuten um fast fünf Prozent in die Höhe.

Solche Ausschläge sind nicht außergewöhnlich für die im Nebenwerteindex MDax gehandelte Aktie. Denn immer wieder treiben wirre Übernahmegerüchte den Kurs nach oben. Mitunter ist es spannender, das Geschehen rund um das Medienpapier zu verfolgen, als die Sendungen auf den vier Konzernkanälen (Pro Sieben, Sat 1, Kabel 1, N 24) anzuschauen.

Besonders bequem für alle Beobachter: Oft halten sich die Gerüchte nicht länger, als ein Krimiabend auf dem Spielfilmsender Pro Sieben dauert. So auch am letzten Freitag. Schon am Nachmittag teilte TF 1 mit, weder eine Gesamtübernahme, noch ein Teilkauf kämen in Frage.

Dass die Aktie immer wieder auf Achterbahnfahrt geht, hat seinen Grund: Die Börsianer wissen, dass die Mehrheitseigner rund um den US-Millionär Haim Saban ihr Paket lieber heute als morgen verkaufen würden. Die Investoren an der Seite von Saban haben Deutschlands größte Senderkette günstig eingekauft. Nach der Übernahme kletterte der Kurs kräftig. Doch seit geraumer Zeit müssen sie feststellen, dass die Aktie vor sich hin dümpelt. Weitere große Kurssteigerungen sind derzeit nicht zu erwarten, der Umsatz des Konzerns stagniert. Der Grund: Die Reklameausgaben, von denen Pro Sieben Sat 1 noch immer abhängt, gehen zurück, schnelle Besserung ist angesichts der flauen Konjunktur nicht in Sicht. Insofern ist jeder Tag, den die Finanzhäuser ihre Aktien jetzt noch halten, von der Rendite her ein verlorener Tag.

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