Aktiensparer sollten rechtzeitig auf Anleihen umschwenken, um ihre Altersvorsorge nicht zu gefährden
Das Beste beider Welten

Anleger, die eisern auf die Regel vertraut hatten, dass sich Aktien auf lange Sicht immer besser entwickeln als festverzinsliche Wertpapiere, sind im Börsentief der letzten Jahre herb enttäuscht worden.

DÜSSELDORF. Sie machten die bittere Erfahrung, dass der Ein- und der Ausstiegspunkt von entscheidender Bedeutung für die Wertentwicklung sind. Diese Lehrbuchweisheit bestätigt auch die jüngste Studie des Deutschen Aktieninstituts (DAI). Daraus folgt weiter, dass sich Phasen niedriger Börsenkurse gut für den Beginn eines langfristigen Investments eignen. Anleger, die jetzt eine aktienbasiere Altersvorsorge aufbauen wollen, dürfen dennoch die Risiken nicht ignorieren.

Das DAI verglich 13 Studien über langfristige Erträge von Aktien und Renten in unterschiedlichen Zeiträumen. Alle Studien, die die Entwicklung von Aktienportfolios über mehrere Jahrzehnte bis 2001 untersuchten, ergaben einen satten Renditevorteil für die Aktie. In Zeiträumen von Anfang der 70er-Jahre bis 2002 und 2003 erwiesen sich Aktien dagegen als schlechtere Anlageform. „Anleger haben sowohl in den beiden Ölkrisen 1973 und 1979 als auch beim Börsensturz der letzten Jahre hohe Verluste erlebt”, erläutert Gerhard Schwarz, Leiter des Bereichs Aktienstrategie bei der Hypo-Vereinsbank. Anleger, die ihre Aktien erst Ende der 70er-Jahre gekauft hatten, fuhren dagegen in den 80er- und 90er-Jahren so gute Gewinne ein, dass sie die Verluste von 2002 und 2003 wettmachen konnten.

Experten gehen davon aus, dass die Situation für langfristige Aktieninvestments jetzt ähnlich günstig ist wie Ende der 70er-Jahre, da die Kurs-Gewinn-Verhältnisse auf historisch niedrigem Niveau liegen und die Gewinne vieler Unternehmen steigen dürften. Da viele Anleger nach dem New-Economy-Crash und den Anschlägen des 11. September in Deckung gegangen sind, könnten Aktionäre jetzt wieder auf eine höhere Risikoprämie und damit Renditevorteile gegenüber Staatsanleihen hoffen, meint Oliver Plein, Volkswirt bei der Fondsgesellschaft Dit. Er prognostiziert für Aktien in den nächsten zwei Jahrzehnten eine durchschnittliche Jahresrendite aus Dividenden und Kursgewinnen von 8,5 Prozent – drei Prozentpunkte mehr als für Renten.

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