Analysten erwarten fallende Preise des Metalls
Die Kupfer-Bären

FRANKFURT. China treibt die Weltwirtschaft voran, jagt mit seiner Nachfrage auch die Öl- und Kupferpreise in schwindelerregende Höhen. Aber etwas passt da nicht zusammen: Während sich beim Öl nach dem Preissprung auf über 70 Dollar je Barrel (159 Liter) die Enthusiasten tummeln und manche schon die 100-Dollar-Marke vor Augen haben, ist der Kupfermarkt ein Dorado für Kassandrarufer.

Die Schwarzseher scheinen sich in Negativprognosen für das Industriemetall überbieten zu wollen. Ihnen ist die Hausse viel zu weit gelaufen. Der Preis für Kupfer hat sich in den vergangenen vier Jahren verdreifacht, das sei zu viel. Die Zeit ist mehr als reif für fallende Preise, glauben viele.

Ein gutes Beispiel ist die aktuelle Studie von Goldman Sachs über China und den Einfluss seiner Milliardenbevölkerung auf die internationale Metallnachfrage. Der absehbare Industrialisierungsschub des Landes werde sich bis ins Jahr 2020 erstrecken, sagen die Analysten in einer für das Investmenthaus ungewöhnlich langfristigen Prognose. Und der Metallverbrauch dort liege noch bei einem Drittel bis einem Viertel des von entwickelten Ländern gewohnten Niveaus.

Dieser Ausblick hält die Goldmänner aber nicht von einer abschüssigen Preisprognose ab. Die Analysten haben zwar gerade erst ihre Durchschnittsschätzung für das kommende Jahr angehoben und erwarten jetzt 2 785 Dollar pro Tonne für den Dreimonatskontrakt. Aber das liegt meilenweit unter den aktuellen Notierungen in London von rund 3 600 Dollar. Im Rohstoffresearch der Société Générale ist man ähnlich skeptisch.

Über Meinungen wie diese hinaus melden sich unabhängige Marktexperten zu Wort. Vermögensverwalter Marc Faber aus Hongkong empfiehlt sogar eine Baisse-Spekulation auf Kupfer. Ganz ähnliche Gedanken wie der gebürtige Schweizer mit Kultstatus beschäftigen den in Fachkreisen bekannten US-Analysten Frank Veneroso.

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