Anheuser-Busch
Öfter mal ein Bier

Heiße Sommertage und laue Abende versprechen steigende Umsätze für die größte US-Brauerei Anheuser-Busch. Angesichts des zweiten Jahrhundertsommers innerhalb von nur fünf Jahren reiben sich einige Anleger schon die Hände.

HOUSTON. Doch noch vor kurzem sorgte Anheusers Chefetage an der Wall Street für Aufregung, als sechs leitende Angestellte insgesamt rund 500 000 Aktien auf den Markt warfen und dafür 24 Mill. Dollar kassierten. Der Aktienkurs, der kurz zuvor noch auf dem höchsten Stand seit zwölf Monaten notiert hatte, rutschte ab. Die Anleger waren verunsichert. Die steigenden Aluminiumpreise – und damit höhere Kosten pro Bierdose – tragen ein Übriges dazu bei, dass einige Investoren schwarz sehen für die Margen und die Mehrheit der Analysten erst einmal zum Halten der Aktie rät.

Dabei sind die Zukunftsaussichten gar nicht schlecht. Der Gewinn steigt wieder, und aus dem Preiskrieg der Branche ist die Brauerei im vergangenen Jahr als einer der Sieger hervorgegangen. Eine Neuauflage der Rabattgutscheine, mit denen sich die Brauereien im Jahr 2005 gegenseitig die Margen kaputt gemacht haben, ist nicht in Sicht. „Wir haben die Bierbranche schon lange nicht mehr so gesund gesehen wie im Augenblick“, sagt Art Friedman, Präsident von Gold Coast Beverage Distributors, einem der wichtigsten Biergroßhändler in den Staaten. Selbst die wachsende Auslandskonkurrenz scheint Anheuser besser im Griff zu haben als andere Brauereien. Die US-Bürger, ohnehin bekannt für ihre häufigen Restaurantbesuche, entdecken verstärkt ihre Liebe zur mexikanischen Küche und trinken dazu gern auch mal das passende Bier.

Der Absatz von Importbieren steigt deutlich an, dadurch verlieren einheimische Brauereien wichtige Marktanteile. Doch Anheuser hat vorgesorgt und sich mit 50 Prozent beim mexikanischen Getränkeriesen Grupo Modelo eingekauft, der auch die in Deutschland beliebte Marke Corona herstellt. Daneben übernahmen die Amerikaner Nischenmarken wie Grolsch und Rolling Rock und erweiterten auch das nichtalkoholische Angebot mit Energydrinks.

Selbst die stotternde US-Wirtschaft könnte sich als Vorteil erweisen. Denn in der Vergangenheit bedeuteten harte Zeiten oft gute Geschäfte für die Bierbrauer: Wenn die Kunden knapp bei Kasse sind, gehen sie zwar noch genau so oft in die Kneipe, bestellen aber statt Wein oder Sekt häufiger billigere Getränke wie eben Bier. Das macht sich auch an der Börse bemerkbar: Zwischen September 2001 und Ende 2002 etwa legte der Aktienkurs von Anheuser-Busch um fast ein Viertel zu, während der restliche Markt in eine tiefe Krise schlitterte.

Auch jetzt hat die Aktie in nur sechs Monaten 20 Prozent gewonnen. Darauf können sich die Aktionäre schon einmal ein Bierchen genehmigen.

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