Anleger hoffen auf den „Januar-Effekt“ - zu Recht?
Prosit Neujahr!

Trotzdem zeigte sich der „Januar-Effekt“ in den vergangenen Jahren oftmals stark wie eh und je. Denn er hat sich mittlerweile zum Selbstläufer entwickelt. Viele Anleger kalkulieren mit den steigenden Kursen zum Jahreswechsel und erhöhen daher ihre Aktienquote. Im Klartext heißt das: Die Anleger kaufen Aktien und liefern so selbst den Treibstoff für die Kursgewinne. Daher zeigt sich mittlerweile sogar bei Standardwerten der „Januar-Effekt“, obwohl dieser ursprünglich vor allem bei Nebenwerten auftrat.

Auch im kommenden Jahr stehen die Chancen auf einen fulminanten Start also nicht schlecht, könnte man meinen. Findige Analysten haben daher auch schon zumindest in den USA ihre diesjährigen Favoriten ausgemacht. Sie rechnen vor allem bei der Aktie von American Italian Pizza, dem größten Nudelhersteller des Landes, dem Papier des Technologiekonzerns 3Com sowie bei einigen Pharmawerten mit ordentlichen Kursgewinnen.

Nur eines könnte den Börsianern in wenigen Tagen die Party noch vermiesen. Die Kursgewinne im Januar 2004, in denen Dax und Dow Jones fast drei Prozent zulegten, wurden von einer positiven Stimmung an der Börse getragen. Allein der Dax hatte in den Monaten zuvor gut 1500 Punkte gewonnen.

In diesem Jahr fällt die Börsenbilanz – Dax und Dow Jones liegen nur leicht im Plus – vergleichsweise mager aus. Da viele Anleger kaum Gewinne erzielten, müssen sie auch keine Verluste realisieren. Zudem ist die Stimmung am Parkett eher verhalten. Noch immer belasten der hohe Ölpreis und die Stärke des Euros die Kurse. Zum Selbstläufer wird der „Januar-Effekt“ in diesem Jahr daher wohl kaum.

Aber von derart schlechten Vorzeichen wollen viele Optimisten natürlich nichts hören und stellen lieber den Schampus kalt. Und zumindest manchmal versetzt ja allein der Glaube Berge.

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