Anleger
Silbermünzen als ganz neue Form der Krisenvorsorge

Viele Privatanleger legten ihr Geld in letzter Zeit in Gold an. Doch in einer Nische ist die Jagd auf Silber-Gedenkmünzen eröffnet. Die Idee: Der Nennwert liegt nahe am Metallwert. Im Krisenfall ist die Münze mit ihrem realen Silberwert so gut wie Bargeld.

FRANKFURT. Wer sich sorgt, sorgt vor. Wer an die große Krise glaubt, kauft häufig Gold. Doch in einer Nische ist die Jagd auf Silber-Gedenkmünzen eröffnet. Vor allem die letzten geprägten 10-DM-Ausgaben ziehen Spezialisten an.

Die Idee: Der Nennwert liegt nahe am Metallwert. Im Krisenfall ist die Münze mit ihrem realen Silberwert so gut wie Bargeld. Wenn der Silberpreis weiter steigt, steigt auch der Münzwert. Sollte die Krise ausbleiben, behält das Stück als gesetzliches Zahlungsmittel seinen Nennwert. Die Zentralbank bietet den Umtausch in Euro ohne Zeitbegrenzung an.

Ab dem Jahr 1998 erhöhte die Bundesbank den Silberanteil in den 10-DM-Gedenkmünzen von 62,5 auf 92,5 Prozent bei unverändertem Gewicht von 15,5 Gramm. Der 10-DM-Nennwert der Münze entspricht nach offiziellem Umrechnungskurs 5,11 Euro. Da sich der Silberpreis binnen zwölf Monaten mehr als verdoppelt hat und gestern fast 19 Dollar je Unze (31 Gramm) erreichte, steckt in der Münze Silber für 5,90 Euro.

In einigen Fällen hat der Metallwert den Nennwert überholt

Damit sind diese Münzen allein schon wegen ihres Silbergehalts attraktiv. Ansonsten dominiert der Sammlerwert. Das gilt etwa für die ersten 5-DM-Gedenkmünzen in Silber. Die Serie startete 1952 mit dem Motiv "Germanisches Museum Nürnberg". Heute bezahlen Sammler eine hohe dreistellige Euro-Summe oder mehr.

In der Hausse der Edelmetallpreise 1979 verabschiedete sich die Bundesbank bei den 5-DM-Münzen vom teuren Silber und stieg auf eine billigere Kupfer-Nickel-Mischung um. Die letzte Silbermünze der Serie war 1979 "Deutsches Archäologisches Institut". Im Zehn-Gramm-Stück sind 62,5 Prozent Silber mit einem Marktwert von rund 2,50 Euro. Die Münze hat einen Nominalwert von 2,56 Euro, doch zahlen Sammler Preise im höheren einstelligen Euro-Bereich.

Mit Blick auf die Differenz Nennwert und Metallwert sind die bis 1997 herausgegeben 10-DM-Münzen wenig attraktiv. Das gleiche gilt für die seit 2002 laufende 10-Euro-Serie. Noch in diesem Monat soll "Marion Gräfin Dönhoff" kommen, 18 Gramm schwer, mit einem Silber-Metallwert von rund 6,80 Euro. Die Münze wird aber mit 15 Euro im Verkauf starten.

Da müsste der Silberpreis noch kräftig steigen wenn die Rechnung aufgehen soll. Anleger, denen es um das Silber geht, werden wohl eher typische Anlegermünzen wie die österreichischen "Wiener Philharmoniker" in der Ein-Unzen-Silberausführung wählen. Hier zahlen sie auf den Metallpreis nur den halben Mehrwertsteuersatz und den Prägeaufschlag - falls Barren nicht infrage kommen.

Ein Problem ist auch die Verfügbarkeit von Gedenkmünzen. Welcher Händler kann schon Tausende liefern? Silberjäger müssen sich die Stücke mühevoll zusammenkaufen. Notfalls gibt es auch spezialisierte Händler wie "Metalsafe".

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