Anleger sollten Buchgewinne regelmäßig versilbern
Kursgewinne sichern

Nach dem vergangenen Spitzenjahr für Aktien beginnen die Anleger wieder darauf zu vertrauen, dass Dividendentitel Gewinne abwerfen. Doch die Veröffentlichung schwacher US-Arbeitsmarktzahlen zu Monatsbeginn und die Bomben von Madrid verunsicherten aufs Neue.

Nach dem vergangenen Spitzenjahr für Aktien beginnen die Anleger wieder darauf zu vertrauen, dass Dividendentitel Gewinne abwerfen. Doch die Veröffentlichung schwacher US-Arbeitsmarktzahlen zu Monatsbeginn und die Bomben von Madrid verunsicherten aufs Neue. Die Hälfte des Kapitalmarktaufschwungs sei bereits erreicht, sagen führende Fondsmanager. Pessimisten meinen, dass das freundliche Börsenklima höchstens bis zum Sommer anhält.

Die Börse bleibt nervös – die harten Fakten über die Konjunktur vermitteln Widersprüchliches. So hob zwar der Internationale Währungsfonds vor einigen Tagen seine Wachstumserwartungen für 2004 für Deutschland und die ganze Welt an. Doch zugleich verschlechterte sich der ZEW–Stimmungsindikator zum dritten Mal in Folge.

Eines macht auf den aktuellen Aktienkursniveaus in jedem Fall Sinn: Anleger sollten einen Teil ihrer Buchgewinne im Depot versilbern. Immerhin hat die deutsche Börsenbenchmark Dax seit März 2003 über 70 Prozent zugelegt, das europäische Standardwertebarometer Stoxx 50, ebenso wie der weltweite Aktienindex MSCI Word, knapp 30 Prozent. Zwar laufen Anleger beim Verkauf eines Titels Gefahr, bei folgenden Kursanstiegen leer auszugehen. Dennoch empfehlen Anlageberater, regelmäßig Gewinne zu sichern. „Zu frühes Verkaufen hat noch niemanden arm gemacht“, sagt Harald Norbisrath, Vertriebsleiter der Frankfurter Sparkasse.

Selbst für Investoren, die im Top-Börsenjahr 2003 nur ihre Verluste verringert haben, lohnt es, über Umschichtungen nachzudenken. Denn wer heute mit einem relativ geringeren Verlust eine schlechte Aktie zu Gunsten einer besseren abstößt, erhöht seine Chancen, rasch aus der Verlustzone heraus zu kommen.

Um Buchgewinne im Depot zu realisieren, können Anleger verschiedene Wege gehen: Erstens kann man schlicht Werte verkaufen, wenn man sie für ausgereizt hält. Vorteil dieser Variante: Der Anleger bestimmt den Zeitpunkt des Verkaufes selbst. Dafür trägt er auch das Risiko, dass er seine Anteile zu suboptimalen Kursen zu veräußern. Eine Alternative sind Stopp-Loss-Marken. Der Anleger bestimmt hierbei eine persönliche Schmerzgrenze, auf die ein Kurs maximal fallen darf. Sinkt die Notierung auf den Stopp- Kurs, wird der Titel automatisch verkauft. Ein Nachteil sind die relativ hohen Kosten. Wenn sich die Datenlage ändert und man doch zu einem anderen Zeitpunkt verkaufen oder einen Titel halten möchte, muss man die Marke schleunigst löschen bzw. anpassen. Jede Veränderung der Stopp-Marke zieht aber neue Gebühren nach sich.

Drittens kann man sein Depot über Derivate absichern. Zum Beispiel mit Hilfe von Verkaufsoptionsscheinen (Puts), mit denen Anleger an fallenden Kursen verdienen. Der Put federt folglich den Kursverlust einer Aktie ab. Alternativ können Anleger ihre Depots auch mit Anleihen bestücken und über Kaufoptionsscheine (Calls) auf Aktienkursgewinne wetten. Nachteil der Derivate: Je stärker die Börsen schwanken, desto höher sind die Gebühren.

An Derivate zur Absicherung trauen sich Fraspa-Mann Norbisrath zufolge bisher nur wenige Informierte heran. Den meisten Anlegern scheint die Derivate-Welt zu kompliziert zu sein. Generell nimmt der Anteil der Anleger, die Strategien zur Kurssicherung verfolgen, aber zu. Seit der letzten Baisse sei eine „gesunde Ernüchterung zu spüren“, berichten Anlageberater.

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