Anleger wollen Aktienoptionen endlich bilanziert sehen
Knick in der Optik

Wenn versteckte Kosten plötzlich offiziell in eine Gewinn- und Verlustrechnung aufgenommen werden sollen, passt das vielen Konzernen bis heute nicht. Firmenethik hin oder her, die Unternehmens-Zahlen sollten doch in möglichst rosigem Licht erscheinen. Dafür kämpfen derzeit besonders die großen High-Tech-Konzerne der USA.

Auf 24 Hauptversammlungen großer US-Firmen haben die geladenen Aktionäre in den vergangenen Wochen abgestimmt, ob sie an Mitarbeiter vergebene Kaufoptionen auf firmeneigene Aktien gerne in den Quartalszahlen als Kosten verbucht hätten. In 22 Fällen stimmten die Aktionäre mit „Ja“. Und das, obwohl so eine saubere Verbuchung der Aktienoptionen die Gewinne der Firmen deutlich schmälern würde. Für das Management sind diese Beschlüsse allerdings nicht bindend.

Die Aktienoptionen als Teil des Gehalts waren bislang vor allem bei den High-Tech-Firmen beliebt. Sie geben den Angestellten das Recht, Papiere des Unternehmens zu einem festgesetzten, meist deutlich unter dem Handelskurs liegenden Preis zu erwerben. Die Begünstigten können die Aktie später mit Kursgewinnen am Markt abstoßen. Nach den US-Standards Gaap zählten diese Kaufoptionen bisher nicht als Kosten.

Doch es sind Kosten. Sobald Mitarbeiter ihre Kaufoptionen einlösen, verliert das Unternehmen Geld. Es muss für den Kursunterschied zwischen der Kaufoption und dem Marktwert eines Papiers aufkommen, spätestens wenn es die Aktien am Markt zurückkaufen muss, um einer Verwässerung des Aktienkurses durch die neuen, auf den Markt gekommenen Papiere entgegenzuwirken. Kaufoptionen auf Aktien verteilen Firmenvermögen von den Aktionären auf die Mitarbeiter um.

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