Astra Zeneca sucht einen Weg aus dem Jammertal
Bittere Pillen

Es war keine gute Woche für Astra Zeneca.

LONDON. Die Aktie des britisch-schwedischen Pharmariesen stürzte am Montag ab, nachdem ein wichtiges Gremium von US-Medizinern das Anti-Gerinnungsmittel Exanta für den Vertrieb in Amerika abgelehnt hatte. Die Entscheidung ist zwar noch nicht endgültig. Die für die Einführung zuständige Behörde FDA (Food and Drug Administration) richtet sich jedoch in der Regel nach der Empfehlung der Mediziner. Experten rechnen daher mit einer Verzögerung von mindestens zwei Jahren bei der Einführung des Medikaments in Amerika.

Damit erweisen sich frühere Einnahme-Prognosen für Exanta von gut drei Mrd. Dollar (rd. 2,5 Mrd. Euro) schon jetzt als Makulatur. Die Aktie von Astra reagierte entsprechend: Sie stürzte an der Londoner Börse zu Wochenbeginn um gut sechs Prozent auf 23 Pfund. Damit sackte nicht nur der Marktwert der Firma mit einem Jahresumsatz von knapp 19 Mrd. Dollar in nur einer Woche um fast fünfzehn Prozent. Auch das Management um Vorstandschef Tom McKillop büßte an Glaubwürdigkeit ein.

Denn der drittgrößte Medikamentenhersteller in Europa musste zuletzt häufiger seine Erwartungen zurückschrauben. So erfüllten sowohl der Cholestorol-Bekämpfer Crestor als auch das Krebsmedikament Iressa als zwei von drei wichtigen Neuerungen des Konzerns die optimistischen Verkaufshoffnungen nicht.

Dass nun als größte Hoffnung ein experimentelles Mittel gegen Diabetes namens Galida gilt, lässt ebenfalls wenig Hoffnung aufkeimen. Denn hier sind Analysten eher skeptisch über die Erfolgsaussichten, weil ähnliche Produkte anderer Konzerne erhebliche Nebenwirkungen zeigen. Optimistischere Beobachter gehen allerdings immer noch davon aus, dass das Medikament bis zum Jahr 2010 Einnahmen von rund 800 Mill. Dollar einbringen könnte.

Am Horizont tauchen weitere Hoffnungswerte auf. Dazu gehört das Medikament gegen Geschwüre mit dem Codenamen AZD0865 sowie weitere Anti-Krebsmittel, die gerade entwickelt werden.

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