Bulle + Bär
Auch wenn es seitwärts geht, gibt es Chancen

Es gab Zeiten, da wurde jede Nachricht von den Aktienmärkten positiv aufgenommen.

DÜSSELDORF. Gute wirtschaftliche Daten sprachen für ein starkes Gewinnwachstum. Folge: Die Aktienkurse steigen. Schlechtere Daten kündigten eine lockere Geldpolitik an – wieder stiegen die Kurse.

Derzeit ist es umgekehrt. Schwache Daten lassen auf ein schwaches Gewinnwachstum schließen - die Märkte reagieren mit Skepsis. Gute Wirtschaftsdaten dagegen wecken Inflations- und Zinsängste - die Kurse lahmen. So treten schon seit Monaten die Aktienkurse auf der Stelle, auch im angeblich so günstige bewerteten Europa.

Entsprechend wächst unter den Investmenthäusern die Zahl der Skeptiker. In diesen Tagen hat die traditionell eher optimistische Investmentbank Goldman Sachs einen Marktbericht veröffentlicht. Titel: „The Flat Trap“, zu deutsch: „Die Seitwärtsfalle“. Darin legt Marktstratege Peter Oppenheimer dar, dass auf dem alten Kontinent wie in den USA die Luft raus ist. Dafür sprechen steigende US-Zinsen ebenso wie das langsamere Wirtschaftswachstum. Der US-Einkaufsmanagerindex, der die Investitionstätigkeit der Firmen registriert, geht seit Mai zurück. Historisch zog solch eine Wende in der Investitionstätigkeit meist schwächere Aktienkurse nach sich

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Steigende Zinsen belasten nicht nur die Gewinne und die Psyche der Anleger. Sie dürften auch den US-Konsumenten zu schaffen machen, die nach wie vor der Motor der US- und auch der Weltwirtschaft sind. Solche Faktoren dürften auch für Europa schwer wiegen. Die Aktienkurse in Euroland sind eng an die Wall Street gekoppelt, auch wenn das Zinsniveau hier noch eine Weile niedrig bleiben sollte. Selbst wenn die Berichtssaison nach dem schwachen Start der Technologiewerte noch gut ausfällt und die Analystenerwartungen steigen, sollten sich Anleger nicht blenden lassen. Die Prognosen der Experten sind traditionell zu optimistisch und hinken hinter den Märkten oft um Monate hinterher. Gute Nachrichten sind längst in den Kursen enthalten.

Für Anleger dennoch kein Grund, sich von Aktien zu verabschieden. Wenn der US-Einkaufsmanagerindex fällt, schneiden die von Konjunkturzyklen weniger abhängigen, defensiven Werte überdurchschnittlich gut ab, belegen Studien. Es ist die Stunde der Pharma-Werte, Lebensmittelhersteller, Lebensversicherer. Mit Tech-Titeln, Autoherstellern oder der Grundstoffindustrie dürften Anleger dagegen in den nächsten Monaten wenig Glück haben.

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