Bei Anleihen sollten Anleger nicht übervorsichtig sein
Längere Laufzeiten

Bei Anleihen sollten Anleger nicht übervorsichtig sein. Ein paar starke Gründe sprechen dafür, dass Anleger auch noch ruhig schlafen können, wenn sie in etwas längere Laufzeiten investiert sind.

DÜSSELDORF. Der Schreck dauerte nicht allzu lange lang: Am Mittwoch und Donnerstag vergangener Woche stürzten an den internationalen Anleihemärkten die Kurse ab, weil die US-Zentralbank leise Andeutungen gemacht hatte, sie werde die Zinsen nicht ewig auf ihrem historisch niedrigen Niveau halten. Zum Wochenende sah dann alles schon nicht mehr ganz so dramatisch aus; die Bonds erholten sich zumindest zum Teil, nachdem die Wachstumsrate der US-Wirtschaft mit vier Prozent deutlich niedriger ausgefallen war, als erwartet. Die neuen Zinsängste haben sich fast so rasch verflüchtigt, wie sie entstanden sind.

Für Anleger eine verwirrende Situation: Sollen sie sich nun auf steigenden Zinsen einstellen oder nicht? Sollten sie sich lieber mit kurzfristigen Bonds eindecken, um keine größeren Kursverluste zu riskieren, wenn das Zinsniveau anzieht, oder können sie sich doch noch in längere Laufzeiten wagen und damit mindestens einen Prozentpunkt mehr Rendite kassieren?

Ein paar starke Gründe sprechen dafür, dass Anleger auch noch ruhig schlafen können, wenn sie in etwas längere Laufzeiten investiert sind: Einmal zeichnet sich ab, dass das US-Wachstum eher gemächlich auf Trab kommt. Es dürfte so schnell also keine Überhitzung geben. Interessant ist bei den jüngsten veröffentlichten US–Konjunktur-Zahlen, dass die Kerninflations-Rate des US-Konsums mit 0,65 Prozent den niedrigsten Stand seit 1965 erreicht hat. Der Hauptgrund, um Zinsen zu erhöhen, nämlich die Gefahr einer Inflation, fällt für die Amerikaner damit bis auf weiteres flach. Zum zweiten sind die Möglichkeiten der Fed, geldpolitisch aktiv zu werden, in diesem Jahr beschränkt: Rund um die Präsidentschaftswahlen verzichtet die US-Notenbank traditionell auf Zinsschritte, um nicht in den Verdacht zu geraten, sie beeinflusse das politische Geschehen. Die Stillhaltephase (Black out Peroxid) beginnt etwa Mitte des Jahres. Wenn bis dahin nichts passiert ist, wird aller Voraussicht nach bis Ende des Jahres Ruhe sein. Vor allem so lange sich die Lage am US-Arbeitsmarkt nicht deutlich verbessert, dürfte die Federal Reserve still halten.

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