Betrachtungen über die zwei interessanten Seiten der Aktie und über fehlende Anlage-Alternativen
Das Pendel neigt in Richtung Chance

Aktien waren und sind das Nonplusultra der Kapitalanlage. Wer eine solche Aussage wagt, kalkuliert das Kopfschütteln des Lesers mit ein - mit vollem Bewusstsein.

Wie jedes Ding, so hat auch die Aktie als interessanteste Anlageform zwei Seiten - nämlich Risiko und Chance. Die riskante Seite bekamen Anleger beim Platzen der Hightech-Blase zu Beginn des Jahrtausends schmerzhaft zu spüren. Wer sich danach jedoch der Kehrseite der Aktie besann, konnte während eines 18monatigen Kursaufschwungs diese Pein vergessen.

Seit Monaten mangelt es Aktien an einem klaren Trend. Bullen und Bären führen hier einen verbissenen Kampf - Ausgang offen. Was also tun? Verlockende Offerten für Alternativ-Anlagen wie Immobilien, Hedge-Fonds und Rohstoffe annehmen? Möglicherweise! Oder lieber doch auf Nummer sicher gehen und Festverzinsliche kaufen? Dies wohl weniger!

Auf hohen Liquiditätsbergen sitzende Anleger stellen sich die Frage nach der optimalen Strategie. Wohin mit all dem Zaster? So interessant die genannten populären Alternativ-Investments auch sein mögen - die Bedeutung der Aktie und aktienähnlicher Instrumente werden sie in den Depots der Anleger nicht (in absehbarer Zukunft jedenfalls nicht) erlangen können.

Und was ist mit der als sicher geltenden Anlageform Anleihe? Noch immer unterliegen zahlreiche Anleger dem Irrglauben, Anleihen seien eine solide und sichere Investmentform, bei der sie nichts verlieren können. Doch ist dem wirklich so? Nein; Kapitalanlagen ohne Risiken gibt es nicht. Auch Anleihen weisen Risiken auf. Was ist, wenn das seit fünfzehn Monaten erkennbare - und jetzt auch beim G7-Meeting in Washington aufgezeigte - Risiko einer „Bondmarkt-Blase“ tatsächlich besteht und die Zinsen demnächst kräftig steigen sollten? Daher gilt: Anleihen mangelt es wegen der bestehenden Kursrisiken im derzeitigen Stadium des Finanzmarktzyklus tatsächlich an Attraktivität.

Und damit drängt sich die Frage nach der Alternative zur Aktie als der gewichtigsten Anlageform auf. Wie interessant sind Hedge-Fonds? Diese innovativen Finanzvehikel werfen seit Monaten bereits nicht mehr jene Renditen ab, die Anlegern versprochen worden waren. Größte Konkurrenz für Aktien sind Rohstoffe. Direkte Investments in Commodities wie Rohöl und Erdgas sowie Gold und Silber gelten zwar als attraktiv. Auch Rohstoffaktien finden Beachtung. Bei Rohstoff-Investments existieren jedoch Beschränkungen, die in der Enge der Märkte und in der Fungibilität - der Handelbarkeit also - liegen.

Bei niedrigen Geldmarktzinsen bleibt als sinnvollste Kapitalanlage lediglich die Aktie. Die Skepsis gegenüber dieser Anlageform ist wegen der zu Beginn des Jahrtausends gemachten negativen Erfahrungen verständlich. Doch - ist diese Skepsis gerechtfertigt? Kaum! Traditionelle Bewertungsziffern zeigen: Aktien sind nicht teuer! Mit einem globalen KGV (Kurs/Gewinn-Verhältnis) von 13,7 auf Basis der für 2005 erwarteten Gewinne sind Aktien im Verhältnis zu Anleihen - der größten Konkurrenz um die Gunst der Anlagegelder - niedrig bewertet. In den USA liegt das durchschnittliche 2005er KGV der Aktien zum Beispiel bei 15 - das Kurs/Ertrags-Verhältnis zehnjähriger Dollar-Staatsanleihen bei knapp 24. In Europa errechnet sich für Aktien ein 2005er KGV von durchschnittlich etwa 12,3. Zehnjährige Euro-Staatsanleihen sind mit dem 25fachen ihres Ertrags (der Rendite) bewertet.

Die Geschichte zeigt: Die Aktienkurse werden über bestimmte Zeiträume hinweg - nicht selten losgelöst von allen ökonomischen Fundamentaldaten - vor allem von der Liquidität getragen. Gerade im Hinblick auf den zur Jahreswende aus Zins- und Tilgungsleistungen anstehenden zusätzlichen Liquiditätsschub sind Aktien attraktiv. Wichtiger jedoch ist:Wirklich interessante Alternativen zur Aktie gibt es derzeit nicht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%