Britischer Immobilienmarkt birgt Risiken für das Pfund: Die Gefahr steigt

Britischer Immobilienmarkt birgt Risiken für das Pfund
Die Gefahr steigt

Die Warnungen kommen immer häufiger. Gestern mahnte Stephen Nickell, eines der Mitglieder des neunköpfigen Geldpolitischen Komitees der Bank von England, vor der Gefahr eines Kollaps der Hauspreise in Großbritannien.

LONDON. „Je länger die Immobilienpreise schneller steigen als das Einkommen, desto größer wird die Gefahr einer relativ starken Korrektur.“ Und je stärker der Kollaps der Preise ausfällt, lässt sich hinzufügen, desto stärker wird auch das britische Pfund in Mitleidenschaft gezogen. Zumal eine Korrektur der Hauspreise bislang nicht im Markt eingepreist ist – im Gegenteil: Der jüngste Anstieg des eigentlich eher vom Euro-Dollar-Verhältnis getriebenen Sterling gegenüber dem Euro kam in Teilen gerade dank der Inflation der Immobilienpreise zu Stande.

Doch von vorne: Als wesentliches Merkmal für den Anstieg des Pfundkurses von knapp 1,42 Euro auf zeitweise über 1,51 Euro wird die Differenz der Leitzinsen zwischen Pfund- und Euroraum von 2 % gewertet. Dieser Unterschied kommt durch das unterschiedlich starke Wachstum beider Wirtschaftsräume zu Stande. Ausgelöst wurden die heimischen Wachstumsschübe in den vergangenen Jahren fast ausschließlich durch die Verbraucher, die unentwegt kaufen. Ihre Ausgabenfreude geht zum Teil auf die gute Situation am Arbeitsmarkt zurück – mit prozentual nur halb so viel Erwerbslosen wie in Deutschland. Zum Teil fühlt sich die Nation der „Häuslekäufer“ aber auch besonders reich – weil die Immobilienpreise seit Jahren stark steigen.

Anders als in Europa führte das relativ hohe britische Wachstum zuletzt dazu, dass die Währungshüter in London gleich zwei Mal in den vergangenen Monaten die Zinsen erhöhten, auf mittlerweile 4,0 %. Ein weiterer Zinsanstieg erschien bis gestern morgen schon bei der nächsten monatlichen Sitzung der Bank Anfang April möglich. Dann allerdings zeigten die schlechten Daten zur britischen Industrieproduktion und das Rekorddefizit einmal mehr die Herausforderungen der Währungshüter, eine sich höchst unterschiedlich entwickelnde Wirtschaft im Griff zu halten. Gegenüber dem Dollar sackte das Pfund nach den Daten auf den tiefsten Stand seit einem Monat ab.

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