Bulel & Bär
Immobilien: Irrglaube Inflationsschutz

Die Inflationsrate bleibt vorläufig hoch. Im Juli stiegen die Preise im Jahresvergleich um 3,3 Prozent. Doch Anleger sind im Irrtum, wenn sie glauben, eine Immobilie biete vollständigen Schutz gegen die Teuerung.

DÜSSELDORF. Inflation zehrt am Geldvermögen und lieferte deswegen schon immer ein Argument für die Investition in Sachwerte. Insofern spielt die aktuelle Situation Vermittlern von Immobilienanlagen in die Hände. Sie können nun wieder Beton und Steine als Wall gegen die schleichende Entwertung der Ersparnisse verkaufen.

Doch Anleger sind im Irrtum, wenn sie glauben, eine Immobilie biete vollständigen Schutz gegen die Teuerung. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie ein Gebäude selbst kaufen oder sich über einen Fonds daran beteiligt.

Das Argument der Immobilienverkäufer, die Mieteinnahmen der Vermieter stiegen, weil die Mieten an die Inflationsrate gebunden seien, wird von der Praxis widerlegt. Wohnungsmieten werden nicht an den Lebenshaltungskostenindex gebunden. Zwar ist es üblich, die Mieten von Gewerbeimmobilien an die Preisentwicklung zu koppeln. Doch in der Praxis gelingt es keinem Vermieter von Büros oder Supermärkten, die Inflation eins zu eins auf die Miete aufzuschlagen.

Üblich sind lediglich Teilanpassungen. Dazu dienen Klauseln wie die, dass die Preissteigerung zu 60 Prozent weitergegeben wird. So bleiben bei 3,3 Prozent Inflationsrate nur zwei Prozent Mieterhöhung übrig. Typisch sind auch Einschränkungen, die Vermietern anpassungsfreie Jahre zusichern oder solche, die Mieterhöhungen nur gestatten, wenn Inflations-Schwellenwerte überschritten werden.

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