Bulle und Bär
Agrar-Rohstoffe: Schätze auf den Feldern

Als hätten steigende Milch- und Butterpreise die deutsche Seele nicht schon genug belastet. Jetzt machen Meldungen über ein Ende des billigen Bieres die Runde. Um fünf bis zehn Prozent wird der Preis auch dieses deutschen Grundnahrungsmittels steigen. Und wieder einmal sind die Chinesen schuld. Über eine Milliarde Menschen werden allmählich wohlhabend, wollen besser essen und trinken, machen dabei selbst vor deutscher Milch und deutschem Bier nicht halt.

FRANKFURT. So weh es auch tut: Die Butterberge sind gegessen, die Milchseen ausgetrunken, nun macht der Bier-Rohstoff Hopfen Kummer. Das weltgrößte Anbaugebiet für Hopfen liegt in Bayern und hinkt der gestiegenen Nachfrage hoffnungslos hinterher. Was soll das erst werden, wenn die Chinesen so durstig werden wie die Deutschen? Hierzulande rinnen jährlich 116 Liter durch die Durchschnittskehle, in China schlappe 25 Liter.

Die hohe Nachfrage nach Milch und Bier sind aber nur zwei Beispiele. An praktisch allen Märkten für Agrarprodukte ist die Lage ähnlich, sei es Mais, Weizen, Kaffee oder Kakao. Weizen kostet heute satte drei Viertel mehr als noch im Frühjahr, der Maispreis ist seit der Jahreswende um die Hälfte nach oben gesprungen. Und die Deutsche Bank sieht noch kein Ende des Aufschwunges. Jim Rogers muss man gar nicht erst fragen. Insider wissen, dass der Pionier der Rohstoff-Anlage und ehemaliger Partner des Superinvestors George Soros die Preise für landwirtschaftliche Produkte noch auf Jahre hinaus steigen sieht.

Es ist vertrackt mit diesen Agrarprodukten: Über zwei Milliarden Menschen in den aufstrebenden Ländern verlangen mehr und bessere Nahrungsmittel. Gleichzeitig ist das Angebot weltweit beschränkt. Die Anbauflächen, deren Preise ebenfalls steigen, schrumpfen aber tendenziell. Und um die Areale konkurrieren neuerdings auch Energieproduzenten. Amerikanische Bauern pflanzen beispielsweise Mais an, das in die Ethanolproduktion wandert, weil Biosprit den Energiehunger stillen soll. Dadurch steigt natürlich die Nachfrage nach Mais.

Als sei das nicht genug, schüren Überflutungen und Missernten die Angebotsengpässe. Der wichtige Weizenproduzent Australien leidet unter einer Jahrhundert-Dürre. Die Chinesen haben im eigenen Land gleichzeitig mit Überschwemmungen zu kämpfen. Rund um den Globus machen Ernteausfälle Schlagzeilen, sei es in Nordamerika, Mittel- oder Osteuropa. Der Klimawandel verschlimmert die Lage. Die Mexikaner können ein Lied davon singen, hat ihnen doch gerade der Wirbelsturm "Dean" einen Teil der Maisernte zerstört.

Und dabei ist vom wichtigsten Rohstoff auf den Feldern noch gar nicht die Rede gewesen: Wasser, unverzichtbar und überlebensnotwendig. Das kostbare Nass wird immer knapper. Klimawandel und Umweltverschmutzung hinterlassen ihre Spuren. So hat Guru Rogers noch ein Argument für seine Anlageempfehlung.

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