Bulle & Bär
Aktien: Der Beginn einer neuen Phase

Den Wechsel zwischen Gier und Angst, zwischen Renditesucht und Kapitalerhalt haben Börsianer im vergangenen Jahr in einer solchen Geschwindigkeit vollzogen, dass die Frage, wo wir nach einem Drittel des Jahres 2009 stehen, gar nicht so leicht zu beantworten ist.

FRANKFURT. Sicherheit steht immer noch ganz oben auf der Prioritätenliste, glaubt man den jüngsten Umfragen. Kein Wunder, sind doch die Wunden in Form massiver Verluste in den Depots bei vielen noch nicht vernarbt, so dass nur Hasardeure beim ersten Zucken der Kurscharts nach oben gleich wieder in die Vollen gehen.

Wer die Sache hingegen zu hasenfüßig angegangen ist, der hat in den vergangenen Wochen viele Chancen verpasst und kann ihnen nun wehmütig hinterhertrauern. Mit etwas Mut wären viele der angesprochenen Wunden schon fast nicht mehr zu sehen gewesen. Das macht die Sache im Moment allerdings nicht leichter. Stellt sich damit doch die Frage, ob man nicht schon wieder die beste Zeit verpasst hat und am Ende wie zuletzt schon einmal dem Markt hinterherhinkt.

Die Masse wird deswegen weiterhin den Weg in Richtung Sicherheit mit ein wenig mehr Risiko als im vergangenen Jahr einschlagen. Das lange vorherrschende Streben nach purem Kapitalerhalt ist zwar vorbei, schwirrt bei vielen allerdings noch immer im Hinterkopf. Das zeigt sich gerade an Tagen, wenn die Börsen nachgeben. Dann bekommen viele Investoren Angst vor der eigenen Courage und gehen ebenfalls auf Nummer sicher.

Nach dem Wechselspiel zwischen Gier und Kapitalerhalt treten wir im Moment in eine neue Phase ein: die der Bescheidenheit. Geringe, aber auskömmliche Renditen würden vielen Anlegern in diesem Jahr bereits reichen, um ein zufriedenes Resümee zu ziehen. Deswegen ist trotz zweier extrem erfreulicher Monate auch mit keinem Überborden der Kurse zu rechnen. So wurden die vergangenen beide Tage, an denen sich die Märkte beruhigten, von der Mehrzahl eher als positiv denn als erschreckend angesehen.

Wenn jetzt Bescheidenheit an der Börse dominiert, dann könnte eine entspannte Phase wie lange nicht mehr anstehen.

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