Bulle & Bär
Aktienmärkte auf der Suche nach Alternativen

In unsicheren Zeiten hat Sicherheit Konjunktur. Bedrohliche ökonomische Krisen lassen Menschen nach Schutz suchen. An den Aktienmärkten wird dies an einem Trend sichtbar: Aktien von Waffenherstellern gefragter denn je. Doch auch auf Waffen spezialisierte Fonds haben verloren.

FRANKFURT. In unsicheren Zeiten hat Sicherheit Konjunktur. Hartgesottene Erdenbürger mögen anfügen: Schutz kann auch bedeuten, sich eine Waffe in den Schrank zu stellen. Börsianer beobachten derzeit ein interessantes Phänomen. An der Wall Street sind die Aktien von Waffenherstellern gefragter denn je. Kursverdopplungen oder -verdreifachungen in wenigen Wochen machen Schlagzeilen.

Amerikanische Waffenhändler berichten über Rekordverkäufe. Der Grund dafür: Die nationale Waffenlobby befürchtet stärkere Restriktionen für den privaten Waffenbesitz unter dem neuen US-Präsidenten Barack Obama. Da wollen sich die Haushalte lieber vorher noch eindecken. Manche Käufer mögen sich auch vor zunehmender Kriminalität durch die Wirtschaftskrise ängstigen. Viele Beobachter halten das für übertrieben. Sie schauen mit Verwunderung auf die Kursgewinne von Aktien wie Smith & Wesson und Sturm Ruger.

Dagegen dürfte das allgemeine Anlagethema Sicherheit stärker in den Blickpunkt rücken. Hier ist der Waffenabsatz an Private nur eine Facette. Mehr Schlagkraft haben die Teilthemen innere und äußere Sicherheit sowie Computersicherheit. In Zeiten großer ökonomischer Probleme dürften die geopolitischen Spannungen eher zunehmen und die Verteidigungsanstrengungen daher von krisenbedingten Sparmaßnahmen verschont bleiben. Die wachsende Vernetzung der Welt erhöht die Anfälligkeit auf dieser Ebene und stärkt den Wunsch nach Schutz der Computer.

Wer darauf setzt, wird sich entsprechende spezialisierte Fonds näher anschauen. Die bisher ertragreichsten Aktienprodukte bieten Pictet und Callender unter den Stichworten „Security“ bzw. „Global Security“.

In Krisenzeiten kann allerdings auch dieser Ansatz nur Verlustminimierung bedeuten. Seit Beginn der Finanzturbulenzen haben die beiden Fonds knapp ein Drittel an Wert eingebüßt. Das Thema Sicherheit bietet immerhin einen Puffer: Der Weltaktienindex hat noch über zehn Prozent mehr verloren.

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