Bulle und Bär
Aktienwette auf Rohstoffe

Die Rohstoffpreise erreichen neue Höhen, allen Unkenrufen über Konjunkturrisiken zum Trotz. Die Finanzbranche hat inzwischen eine Reihe von Instrumenten entwickelt, mit denen Privatanleger an diesen Entwicklungen teilhaben können.

FRANKFURT. Eine klassische Form war und ist die Aktie. In der Vergangenheit griffen Anleger häufig auf Minenwerte zurück, weil Terminmärkte für Direktengagements nur Profis zugänglich waren und auf den Kontrakten basierende Zertifikate erst in der jüngsten Vergangenheit entwickelt wurden. Aktien hatten allerdings immer Vor- und Nachteile gegenüber Direktinvestments. Vor allem trägt der Aktionär auch ein unternehmerisches Risiko und ist darüber hinaus der allgemeinen Börsenstimmung unterworfen.

Sicher profitieren die Firmen von den Preisanstiegen der Produkte, die sie fördern - teilweise überproportional. Allerdings haben manche Förderer Teile ihrer künftigen Produktion per Termin verkauft, profitieren demnach nicht von weiteren Preissteigerungen. Außerdem nehmen immer mehr Länder die ausländischen Minenhäuser in den Schwitzkasten, erhöhen die Steuern oder drohen gleich mit Verstaatlichung. Beispiele wie Bolivien oder die Mongolei gibt es genug.

Sehr hart treffen die Branche auch die Kostensteigerungen in jüngster Zeit: Steigende Ölpreise verteuern die eigenen Energieaufwendungen, höhere Basismetallpreise die Ausrüstung, die Arbeitskosten steigen, erfahrene Geologen und Ingenieure sind praktisch nicht zu bekommen, neue Lagerstätten sind schwer zu finden - und deren Erschließungskosten steigen rasant.

Einige Minen spüren den Druck. So warnte der große Goldförderer Newmont Mining kürzlich vor steigenden Kosten, die sich im Geschäftsergebnis für das laufende Jahr niederschlagen könnten. Der Rohstoffkonzern Rio Tinto meldete einen gesunkenen Gewinn für das erste Halbjahr. Joachim Berlenbach vom Anlagehaus Earth Resource Investment Group erwartet eher schlechte Quartalszahlen bei den großen Ölgesellschaften wie BP, Shell und Total. Er macht dafür steigende Erschließungskosten für neue Lagerstätten verantwortlich.

Der typische Privatanleger kann diese Unternehmensanalysen nicht leisten. Wenn er von einer anhaltenden Rohstoffhausse überzeugt ist und das Thema auf der Aktienseite spielen will, wird er sich bei der Einschätzung in der Regel auf Experten verlassen und das Einzeltitelrisiko ausschalten.

Dann kommen vor allem langfristige Fondsanlagen in Frage. Indexfonds und Adressen wie Merrill Lynch haben sich hier ausgezeichnet, aber auch deutsche Häuser wie Cominvest und Allianz Global Investors oder Spezialisten wie VCH mit ihrem Berater Wolfgang Mayr. Zumindest bisher stimmt die Leistung: Die Anbieter bescherten den Anlegern mit den Standardfonds in den vergangenen drei Jahren Renditen von 40 Prozent jährlich.

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