Bulle & Bär
Analysten: Endlich Meinungsvielfalt

Sie sind überschrieben mit „Inflation? Deflation? Konfusion!“ oder Aussagen wie „Zu schön, um wahr zu sein“. Analystenkommentare sind im Moment – trotz oder gerade wegen anhaltendem Krisengerede – so humorvoll wie selten zuvor.

FRANKFURT. Gleichzeitig sind sie so vielfältig in ihrer Aussage zu schon bald folgenden Kursfeuerwerken und -einbrüchen, zu Gewinnsteigerungen und -warnungen oder zu besagter Inflation oder Deflation. Die Bandbreite, an der sich die Experten damit abarbeiten, ist von so einer Vielfalt, wie sie lange nicht vorzufinden war.

Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Weil es von vielen Unternehmen keine oder nur sporadische Zukunftsprognosen gibt und sich Regierung und Forschungsinstitute in ihrem Konjunkturpessimismus inzwischen angenähert haben, bleibt vielen Experten nichts anderes übrig, als von Grund auf selbst tätig zu werden. Also sich zu jeder einzelnen Zahl selbst Gedanken zu machen, sie einzufügen in das große Gesamtbild, um am Ende den Daumen zu heben oder zu senken.

Das war nicht immer so. Als es in den vergangenen Jahren von einem Hoch zum nächsten ging, da zählte für Investoren gerade bei Aktienanalysen oftmals die Devise: Hat man eine gelesen, hat man alles gelesen. Konsensdenken nannte man das damals und es bedeutete nichts anderes, als dass die Mehrzahl der Experten auf ewig weiter fort gute Laune verbreiteten.

Diese Zeiten sind vorbei und das ist zumindest eines der wenigen guten Zeichen in der aktuellen Krise. Die Analysen selbst sind unisono lesenswerter geworden, überraschender, ja oftmals geradezu humorvoll. Ob sich dahinter eine Art von Galgenhumor verbirgt, muss jeder für sich selbst beantworten. Sicherlich ist der nach der ein oder anderen Fehlanalyse in den vergangenen Monaten durchaus vorhanden.

Viele Analysen macht schon jetzt lesenswerter, dass der gerade in britischen Studien oft zu findende trockene Humor gepaart mit einem Schuss Selbstironie hier Einzug gehalten hat. Wenn der auch nach der Krise noch zu finden ist, dann hat sich dadurch zumindest etwas zum Besseren entwickelt. Schließlich müssen wir diese Phase nun schon fast zwei Jahre ertragen.

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