Bulle & Bär
Anleger lockt das digitale Prinzip

Es klingt so einfach: Eins oder null. Ja oder nein. Hopp oder Top – das digitale Prinzip kennt keine Kompromisse. Frei nach dem Motto: Ein bisschen schwanger gibt es nicht. Entweder oder. Alles oder nichts.

Eins oder null – jeder Computer rechnet so, stur und ohne jegliche Emotionen. Das digitale Prinzip ist einfach zu verstehen und eindeutig. Jeder weiß sofort, woran er ist. Darin liegt sein besonderer Reiz.

Auch bei der Geldanlage lockt das digitale Prinzip: Anleger wetten dabei auf ein bestimmtes Ereignis. Tritt es innerhalb eines bestimmten, vorher festgelegten Zeitraums oder zu einem vorab definierten Zeitpunkt ein, ist das für den Investor äußerst lukrativ. Denn die Prämie, die gezahlt wird wenn der erwartete Zustand eintritt, richtet sich nach der Höhe des Risikos. Das ist der Anreiz, auf diese Weise sein Geld einzusetzen. Sonst würde sich schließlich niemand auf solch einen Handel einlassen. Doch Vorsicht: Tritt das erwartete Ereignis nicht ein – bei Null sozusagen – ist alles weg.

Am konsequentesten spielen Anleger das digitale Prinzip außerhalb der Börse auf alternativen Handelsplattformen mit so genannten digitalen Optionen. Digitale Optionen sind beispielsweise Clickoptions auf der gleichnamigen Handelsplattform von Société Générale oder so genannte Box-Options von ABN Amro. Dabei setzen Anleger mit geringen Beiträgen auf ein Ereignis, zum Beispiel dass eine bestimmte Aktie innerhalb einer gewissen Zeit einen vorher festgelegten Mindestkurs erreicht. Tut sie es, erhält der Investor einen vorher vereinbarten Gewinn. Falls nicht, ist das eingesetzte Geld weg. Möglicher Gewinn und Verlust sind dem Investor vor Abschluss des Geschäfts bekannt. Überraschungen gibt es nicht. Allerdings muss der Anleger für solch einen Handel ein Extra-Konto eröffnen.

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In einer abgemilderten Form können Anleger das digitale Prinzip mit so genannten Expresszertifikaten spielen: Bei diesen Papieren prüft der Emittent zu festgelegten Terminen, ob das erwartete Ereignis am Stichtag eingetreten ist oder nicht. Meist werden Expresszertifikate auf einen Index begeben: Notiert dieser am Beobachtungstag auf oder über seinem Startniveau bei Auflage des Zertifikats , erhält der Anleger sein eingesetztes Kapital plus einer zuvor fixierten Rendite zurück. Falls nicht, bleibt der Anleger bis zum nächsten festgelegten Termin investiert. Dann wird wieder geprüft.

Notiert der Titel diesmal über seinem Ausgangsniveau, erfolgt die Auszahlung. Dabei wird die Wartezeit mit einer Aufstockung der Prämie vergolten. Falls das Ereignis an keinem Prüftermin eingetreten ist, der Index also an keinem vorher festgelegten Beobachtungstag über seinem Niveau bei Auflage des Zertifikats notiert, zahlt der Emittent dem Anleger das Kapital entsprechend dem Verlust des Basiswertes zurück. Wenn also der Basiswert nur noch die Hälfte seines Ausgangsniveaus wert ist, erhält der Anleger vom eingesetzten Kapital auch nur noch die Hälfte zurück.

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Quelle: Heike Herbertz
Petra Hoffknecht
Handelsblatt / Redakteurin
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