Bulle & Bär
Anleihen: Ein Bundesschätzchen in Wien

Geld in sicheren Staatsanleihen anzulegen, macht derzeit keinen Spaß. Wer zehnjährige Bundesanleihen kauft, bekommt dafür nur gut 3,8 Prozent Rendite. In diesem Umfeld erscheinen Bundesschätze aus Österreich verlockend.

FRANKFURT. Wer die festverzinslichen Papiere direkt bei der für das Schuldenmanagement zuständigen Österreichischen Finanzierungsagentur kauft, kassiert für eine Laufzeit von zehn Jahren 4,3 Prozent Verzinsung.

Zins und Rendite sind zwar nicht dasselbe, trotzdem gelten die österreichischen Wertpapiere als lukrativ. Im Unterschied zu den börsennotierten Staatstiteln werden die Zinsen beim Direktkauf erst am Ende der Laufzeit ausgezahlt. Zinseszinsen fallen somit weg. Im Vergleich zu an der Börse gehandelten österreichischen oder deutschen Staatsanleihen sind die tatsächlichen Renditen bei der zehnjährigen Laufzeit sogar um die 0,15 Prozentpunkte niedriger, bei einer Laufzeit von einem Jahr ist der Abstand noch größer. Dafür wissen die Anleger bei jeder Laufzeit schon beim Kauf, was sie am Ende verdient haben. Ausfallgefahr gibt es nicht; wie Deutschland benoten die Ratingagenturen Österreich mit der Spitzennote Dreifach-A. Anleger sollten den „Schätzchen“ jedoch treu bleiben. Sie können die Papiere zwar auch vor Ende der Laufzeit verkaufen, dann gibt es aber Abstriche beim Zins.

Der besondere Charme der Bundesschätze besteht darin, dass Anleger sie ohne Gebühren bekommen. Investoren müssen lediglich ein Konto bei der Finanzierungsagentur eröffnen. Der gängige Weg ist dabei über das Internet unter » bundesschatz.at. Dort gibt es auch Übersichten über die Konditionen und Vergleiche. Ohne Papierkram geht es allerdings nicht: Die Formulare müssen aus dem Internet heruntergeladen und inklusive Passfoto per Post eingesandt werden.

Dieser Aufwand schreckt die Anleger offenbar nicht. Insgesamt sind bei der Bundesfinanzierungsagentur auf 28 000 Konten rund 200 Mill. Euro angelegt. Und auch Investoren abseits der Alpenrepublik zieht es nach Wien. Fünf Prozent der Anleger kommen nach Angaben der Bundesfinanzierungsagentur aus dem Ausland, vor allem aus Deutschland.

Dabei gibt es gebührenfrei auch diverse deutsche Bundeswertpapiere für Privatanleger. Die Bundesrepublik Deutschland Finanzagentur bietet diese unter www.deutsche-finanzagentur.de. feil. Sie beobachtet die Erfolge der Konkurrenz genau und will ihr Angebot ebenfalls ausweiten. Noch ist die Auswahl in Wien aber größer. Besonders beliebt sind dort die ganz kurz laufenden Zinspapiere mit Laufzeiten zwischen einem Monat und einem Jahr. Denn viele Anleger wollen wegen der unsicheren Marktlage ihr Geld nur kurzfristig parken. Die Bundesschätze sind somit auch eine attraktive Alternative zum Festgeld oder zum Sparbuch, zumal die Zinssätze regelmäßig an die Interbankenzinsen angepasst werden.

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