Bulle & Bär
Anleihen von Cobold und Co für Mutige

Anleihen von Unternehmen werden für Anleger langsam attraktiver. Die Kurse der Firmenbonds sind im Zuge der sich zuspitzenden Finanzmarktkrise in diesem Jahr vergleichsweise deutlich gefallen. Im Gegenzug zogen die Renditen an. Doch die höheren Renditen birgen auch ein Risiko.

FRANKFURT. Unternehmen mit guter bis mittlerer Bonität im Bereich Investment-Grade und einer Laufzeit von durchschnittlich sechs Jahren werfen im Schnitt immerhin 5,6 Prozent ab. Die steigenden Renditen liegen zum einen an der anhaltenden Risikofurcht der Investoren, die sie vor Unternehmensrisiken zurückschrecken lässt. Zudem sind zuletzt mit den schwindenden Hoffnungen auf eine Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) auch die Renditen von sicheren Bundesanleihen wieder gestiegen. Zehnjährige Bundesanleihen rentieren wieder über vier Prozent. Steigende Renditen der Bundespapiere treiben meist auch die Effektivverzinsung von Unternehmensanleihen hoch.

Noch mehr Rendite als mit einzelnen Firmenbonds bekommen Anleger, die gebündelte Kreditrisiken kaufen. Die DZ Bank hat unter dem Namen "Cobold" zuletzt ihr hundertstes Papier dieser Gattung auf den Markt gebracht. Bei der Commerzbank heißen Papiere mit ähnlicher Struktur "Colibri" und bei der Landesbank Baden-Württemberg "Synthema".

Die Struktur ist bei allen Papieren ähnlich. Sie verbriefen die Risiken von mehreren Unternehmen oder auch Schwellenländern. Die strukturierten Emissionen bieten eine höhere Rendite als die einzelnen zugrunde liegenden Anleihen. Möglich ist dies, weil die emittierenden Banken nicht die tatsächlichen Anleihen kaufen, sondern am institutionellen Markt Absicherung über Credit Default Swaps (CDS) bieten. Diese sind eine Art Ausfallversicherung auf Anleihen und Kredite. Wer die Sicherung anbietet, bekommt dafür eine Prämie. Diese sind im Zuge der Finanzkrise sehr viel deutlicher nach oben geschnellt als die Risikoprämien der Anleihen. Das macht die höhere Verzinsung der strukturierten Papiere möglich.

Die neue "Cobold" der DZ Bank zum Beispiel hat bei einer Laufzeit von nur drei Jahren einen Zinsschein von sieben Prozent. Der Kurs des Papiers ist seit der Emission schon gestiegen, dennoch bleibt noch eine Rendite von 6,25 Prozent. Im Korb sind Kreditrisiken von Bayer, Daimler, Deutscher Telekom, Eon und Porsche enthalten. Dreijährige Anleihen der einzelnen Emittenten rentieren knapp unter fünf Prozent.

Die höhere Rendite birgt natürlich auch ein Risiko, das aber immerhin einfacher zu verstehen ist als bei anderen in Verruf geratenen strukturierten Produkten. Wenn bei "Cobold" und Co einer der Emittenten ausfällt, bekommen Anleger nicht ihr Geld zurück, sondern die Anleihen des ausgefallenen Schuldners. Anleger sollten deshalb darauf achten, dass die Bonität der im Korb vertretenen Schuldner ordentlich ist. Zudem sollten nicht zu viele Risiken gebündelt sein, denn je mehr Unternehmen vertreten sind, desto größer ist die Gefahr, dass eines davon ausfällt.

Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin
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