Bulle & Bär
Audi lässt aufhorchen

Wer den Kursverlauf der Audi-Aktie betrachtet, kommt ins Schwärmen. Während viele Auto-Werte seit Jahren unterdurchschnittliche Entwicklungen zeigen, kennt das Papier des Autobauers aus Ingolstadt nur eine Richtung: nach oben.

FRANKFURT In zwei Jahren hat sich der Kurs mehr als verdoppelt. Viel spricht dafür, dass der Aufwärtstrend anhält. „Die Wachstumsstory hat gerade erst begonnen“, urteilen die Analysten von Morgan Stanley.

Auch unter neuer Führung will Audi sein Wachstum fortsetzen. Zum Jahreswechsel folgt der bisherige Finanzvorstand Rupert Stadler dem zu Volkswagen abwandernden Vorstandschef Martin Winterkorn nach. Noch kurz vor seinem Wechsel gab Winterkorn ein ehrgeiziges Ziel aus: „Wir wollen der weltweit führende Premiumhersteller werden.“

Bereits im November sicherte Audi den elften Rekord-Jahresabsatz in Folge. Erwartet werden für das Gesamtjahr 900 000 Fahrzeugauslieferungen. Im Jahr 2008 soll die Millionenmarke fallen, und 2015 sollen 1,4 Millionen Audis von den Bändern rollen. Bis 2015 soll das Angebot auf 40 Modelle und Varianten nahezu verdoppelt werden.

Wenn es dann noch gelingt, wie geplant die operative Marge mittelfristig von gut drei auf mehr als sechs Prozent zu steigern, sollte einer Fortführung der Erfolgsgeschichte auch an der Börse wenig im Wege stehen. Auch wenn Mercedes-Benz und BMW noch deutlich mehr Wagen produzieren als Audi – in manchen Kategorien liegen die Ingolstädter bereits vor ihren Konkurrenten. In der neuesten Automarxx-Studie des ADAC etwa landete Audi erstmals auf Platz eins. Gewertet wurden Qualität, Image, Marktanteil und Kundenzufriedenheit.

Wie kommt es, dass die Audi-Aktie als Investment bislang kaum im Fokus ist? Hauptgrund hierfür dürfte der extrem niedrige Streubesitzanteil sein. Nur rund ein Prozent der Aktien sind im freien Handel, etwa 99 Prozent hält der Mutterkonzern Volkswagen. Warum aber sollten Anleger nur zusehen, während die Wolfsburger sich über Wertzuwächse ihres Audi-Pakets die Hände reiben? Aus Privatanlegersicht besteht dazu kein Grund. Ein Prozent von 21 Mrd. Euro –- so viel beträgt die Marktkapitalisierung von Audi – sind 210 Mill. Euro. Damit liegt der Wert der frei gehandelten Aktien im Bereich der Marktkapitalisierung von Nebenwerten. Und die Tagesumsätze an den Börsen sind so hoch, dass kein Investor fürchten muss, auf Anteilsscheinen sitzen zu bleiben, sollte er verkaufen wollen.

Wer also an eine Fortsetzung des Wachstums glaubt, wer eine Dividendenrendite von 2,2 Prozent schätzt, wer Squeeze-Out-Fantasie mit einkaufen will und wem ein geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis von 17 für 2007 nicht zu teuer erscheint, der kann es mit den Analysten von Morgan Stanley halten. Die jedenfalls sehen die Audi-Aktie als „extrem unterbewertet“ an.

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