Bulle & Bär
Auf die Auswahl kommt es an

Auf den Dax ist kein Verlass. Seit Wochen rätseln Anleger, was es denn nun auf sich hat mit der wundersamen Kursvermehrung – Bärenmarktrally oder Beginn eines neuen, anhaltenden Aufschwungs? Ganz geheuer sind die 1 000 Punkte, die der Leitindex seit März zugelegt hat, jedenfal

FRANKFURT. Auf den Dax ist kein Verlass. Seit Wochen rätseln Anleger, was es denn nun auf sich hat mit der wundersamen Kursvermehrung – Bärenmarktrally oder Beginn eines neuen, anhaltenden Aufschwungs? Ganz geheuer sind die 1 000 Punkte, die der Leitindex seit März zugelegt hat, jedenfalls nicht.

Zuletzt hat sich der Dax bei 4 800 Punkten eingependelt. Der große Rückschlag, den viele Experten erwartet hatten, ist aber ausgeblieben – zumindest vorerst. Doch wie sollten sich Anleger jetzt verhalten? Zu vermeintlich günstigen Kursen einsteigen? Oder besser abwarten?

Die Antwort lautet: Beides! Es ist vermessen, zu glauben, die Kurse würden im selben Tempo weiter steigen. Deshalb ist Vorsicht geboten; Rückschläge müssen einkalkuliert sein. Den letzten Cent sollte Anleger jedenfalls nicht für Aktien hergeben. Ein bisschen was darf es aber schon sein. Denn es ist ebenso unwahrscheinlich, dass der Dax in den kommenden Monaten wieder deutlich unter die Marke von 4 000 Punkten zurückfällt – so wie 2002/03 beispielsweise. Anleger, die glauben, sie könnten dem Markt ein Schnippchen schlagen, indem sie nur lange genug abwarteten, um sich irgendwann billig mit Aktien einzudecken, könnten am Ende die Verlierer sein. Den richtigen Zeitpunkt erwischt man an der Börse bekanntlich nie.

Historische Vergleiche können zudem in die Irre führen. Diese Krise ist anders, weit komplexer als die nach der Jahrtausendwende, was aber nicht heißen muss, dass es an der Börse noch schlimmer kommt als damals. Widersprüchlich sind vor allem die Konjunkturdaten, die dieser Tage über den Ticker gehen. Die Stimmung hellt sich auf, heißt es, die Aussichten aber bleiben trübe. Vieles ist vage. In dieser Woche stehen die US-Einkaufsmanagerindizes sowie Berichte zum Arbeitsmarkt auf dem Programm.

Ähnlich widersprüchlich sind zuletzt auch die Quartalsberichte der Unternehmen ausgefallen. Banken etwa haben im ersten Quartal prächtig verdient. Und doch sind die Aussichten für die Branche alles andere als rosig. Für Anleger kommt es deshalb in diesen Zeiten mehr denn je darauf an, sich die Aktien der richtigen Unternehmen auszusuchen. „Stockpicking“ heißt das Zauberwort. Wem das gelingt, der wird künftig zu den Gewinnern gehören.

Christian Panster
Christian Panster
Handelsblatt Online / Ressortleiter Finanzen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%