Bulle und Bär
BASF: Gute Bonität fürs Depot

Die Chemie zwischen BASF und den Investoren am Anleihemarkt scheint zu stimmen. Die Ludwigshafener wagten sich in der vergangenen Woche als eines der ersten Unternehmen nach langer Zeit mit einer Anleihe auf den Markt.

FRANKFURT. Zuvor hatten die durch die Subprime-Krise ausgelösten Verwerfungen an den Geld- und Kreditmärkten viele Firmen von Bondplatzierungen abgeschreckt. BASF gelang es aber, für eine Anleihe über eine Mrd. Euro Kaufaufträge über knapp vier Mrd. Euro einzusammeln.

Seither wagen sich auch andere Firmen mit neuen deutlich überzeichneten Euro-Anleihen aus der Deckung, darunter der Versorger Eon, der US-Werkzeugmaschinenbauer Illinois Tool Works, der französische Industriekonzern Schneider Electric und gestern der US-Pharmakonzern Schering Plough.

Unter den Emissionen hat der BASF-Bond die besten Ratings. Die Ratingagenturen Standard & Poor?s, Fitch und Moody?s bewerten die Bonität des weltweit größten Chemiekonzerns mit "AA-" beziehungsweise "Aa3" und damit den viertbesten Bonitätsnoten. Diese hat BASF schon seit Jahren - und dass obwohl der Konzern im vergangenen Jahr für insgesamt 7,8 Mrd. Euro den US-Katalysatorenhersteller Engelhard, die Bauchemiesparte von Degussa und den US-Harzhersteller Johnson Polymers gekauft hat.

Für das gute Rating ist der Risikoaufschlag, den BASF für die neue Anleihe bietet, attraktiv. Das siebenjährige Papier hat einen Zinsschein von fünf Prozent, der Kurs ist seit der Emission leicht über 100 Prozent gestiegen; es bleibt aber immer noch eine Rendite von knapp fünf Prozent. Das sind immerhin 0,7 Prozentpunkte mehr Rendite als Anleger für eine Bundesanleihe mit sieben Jahren Restlaufzeit bekommen. Generell sind die Risikoprämien für Euro-Unternehmensanleihen mit Ratings im Bereich Investment-Grade auf den höchsten Stand seit vier Jahren geklettert und damit wieder lukrativer geworden. Die Risikoaufschläge der neuen BASF-Anleihe liegen über dem Durchschnitt für diese gute Ratingklasse.

Die meisten Analysten gehen davon aus, dass BASF seine Bonitätsnoten halten wird, obwohl Moody?s und Fitch den Ratingausblick als negativ einstufen. Dabei kritisiert Moody?s, dass BASF in diesem und dem nächsten Jahr Aktien über drei Mrd. Euro zurückkaufen will und im vergangenen Jahr die Dividende um 50 Prozent angehoben hat. Damit steht das Wohl der Aktionäre im Fokus, und es bleibt weniger Geld für die Schuldentilgung. Eine größere schuldenfinanzierte Übernahme könnte das Rating belasten, warnt Moody?s.

Vor Analysten betonte das BASF-Management aber, dass aktuell keine große Akquisition geplant sind. Bei einer guten Gelegenheit werde man zuschlagen, allerdings in engem Kontakt mit den Ratingagenturen. Von daher kann man davon ausgehen, dass BASF auch künftig Wert auf ein gutes Rating legt und Anleger sich mit dem Bond eine gute Bonität ins Depot legen.

Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin
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