Bulle & Bär
Bei Bonuszertifikaten auf Nummer sicher gehen

Deutsche Anleger gehen gerne auf Nummer sicher. Das gilt nicht nur für Sparbuch-Besitzer, sondern auch für Privatleute, die sich Derivate ins Depot legen. Im vergangenen Jahr standen daher Bonus- und Teilschutzzertifikate bei Anlegern hoch im Kurs.

DÜSSELDORF. Mit den Papieren lässt sich gut auf stagnierende Aktienkurse spekulieren, bei geringerem Risiko als mit einer Direktanlage. Bisher ist das Kalkül meist aufgegangen – doch wenn die Märkte drehen, drohen Bruchlandungen.

Wer ein Bonuszertifikat erwirbt, erhält bei Laufzeitende eine vorher festgelegte Rendite, sofern der Basiswert (Aktie oder Index) des Papiers während der Laufzeit nie unter eine bestimmte Kursschwelle fällt. Je nach Risikoneigung können Anleger Papiere mit großen Bonuszahlungen oder mit komfortablen Sicherheitspolstern wählen. In der Börsenhausse waren offensive Produkte mit geringen Puffern eine gute Wahl. In diesem Jahr aber können damit empfindliche Verluste drohen.

Sollte das Kurswachstum – wie von Analysten vorhergesagt – in diesem Jahr geringer ausfallen als 2005 und einzelne Aktien nach unten drehen, dann fällt bei manchem Papier der Bonus aus.

Anleger, die offensive Bonuszertifikate auf die Aktie der Deutschen Telekom gekauft hatten, mussten diese Erfahrung bereits im Dezember machen. Entgegen dem Markttrend fiel das Papier des Telekomriesen auf sein Jahrestief von 13,67 Euro und riss unter anderem ein Bonuspapier der Société Générale (SG), dessen Kursschwelle bei 13,69 Euro lag, mit in den Abgrund.

Für Besitzer des Papiers ist der Einbruch doppelt schmerzhaft. Denn einerseits ist die Rückzahlung von 23 Euro je Papier jetzt futsch, andererseits können sie das Zertifikat vor Laufzeitende auch nur mit Verlust im Vergleich zum Basiswert verkaufen. Der Kurs des Bonuszertifikats notiert zwei Euro unter dem Preis der Aktie. Gut möglich, dass der Abschlag von gut 15 Prozent sogar bis Juni 2008 bestehen bleibt. Erst dann garantiert die Bank eine Rückzahlung des Zertifikats in Höhe des Aktienkurses.

Im vergangenen Jahr erlebten nur wenige Anleger solche Enttäuschungen. Im Umfeld steigender Börsen berührte kaum ein Produkt die Kursschwelle.

Jetzt aber ist Vorsicht angesagt. Denn sollten die Börsen tatsächlich Mitte des Jahres drehen, dann dürften viele Anleger, die nur auf hohe Bonusrenditen setzen, in ähnliche Schwierigkeiten geraten wie die Käufer des SG-Telekom Papiers. Wer jetzt Bonuszertifikate kauft, sollte sich darüber im Klaren sein, dass die Kursschwelle während der gesamten Laufzeit, mehrere Jahre meist, nicht unterschritten werden darf. Deswegen sollten Anleger langsam zu größeren Puffern bei den Papieren übergehen oder Varianten wählen, die zusätzliche Schutzmechanismen bieten. Dann bleibt der Vorteil des Produkts bestehen: Renditen lassen sich mit den Zertifikaten auch bei fallenden Börsen erwirtschaften.

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