Bulle & Bär
Bloß nicht wieder arm werden

Erst Alcoa, dann BASF, JP Morgan und Intel. Jedes Mal reagieren Anleger begeistert auf die Quartalszahlen. Die Börsenindizes erklimmen ein Jahreshoch nach dem anderen. Doch auch wenn die nächsten Unternehmen mit ihren Bilanzen die Analystenschätzungen schlagen, ganz so leicht werden es die Aktienmärkte künftig nicht mehr haben.

DÜSSELDORF. Der weltgrößte Chemiehersteller BASF war mit seinen Zahlen noch gar nicht an der Reihe, doch schon allein die Eckdaten verzückten die Anleger. Wieder einmal sahen sie darüber hinweg, dass Umsätze und Gewinne gegenüber dem Vorjahresquartal noch einmal einbrachen. Und das obwohl der Vergleichszeitraum, mit dem sich die aktuellen Zahlen von Alcoa und BASF messen müssen, bereits von der Rezession gezeichnet war. Doch die Zuwächse gegenüber dem zweiten Vierteljahr 2009 - und seien sie noch so klein sind - überzeugen derzeit viele Investoren.

Sehen wir für einen Augenblick über eine solch einseitige Rosinenpickerei hinweg. Was passiert, wenn die vielen erst noch anstehenden Quartalsergebnisse ebenfalls besser als erwartet ausfallen? Solange die Börsen - wie bisher - das Gute sehen wollen, werden Anleger gute Zahlen auch honorieren. Allerdings in abgeschwächter Form. Schließlich nutzt sich der Anfangseffekt erfahrungsgemäß ab. Amerikas Großbank JP Morgan hat bereits alle anderen Banken mit nach oben gezogen - in Erwartung, dass auch sie gute Zahlen präsentieren werden. Deshalb dürften Anleger die Ergebnisse der Deutschen Bank etwa nur dann feiern, wenn dieser eine noch größere Überraschung gelingt.

Und wenn die Börsen mit einem Mal nicht mehr nur das Gute sehen wollen, dann drohen Rückschläge: Erstens, wenn Anleger aus dramatisch einbrechenden Umsätzen gegenüber dem Rezessionsherbst 2008 ableiten, dass die Weltwirtschaftskrise noch gar nicht ausgestanden ist. Zweitens, wenn etlichen Unternehmen keine Zuwächse gegenüber dem miserablen Vorquartal gelingen. Und drittens, wenn Börsianer einfach nur Kursgewinne einstreichen. Daran ist noch niemand arm geworden. An übertriebenen Hoffnungen aber schon oft genug.

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