Bulle & Bär
Börsen: Auf der Suche nach dem Tief

Die Börsen fallen und fallen. Selbst vermeintlich niedrigste Kurse bieten keinen Halt. Haben Anleger denn keine Möglichkeiten, um einen möglichen Boden zu erkennen, von dem aus es wieder aufwärts geht?

DÜSSELDORF. Es gibt durchaus Indizien, die es lohnt, sich genauer zu beachten. So sollten die Kurse nicht mehr unter ihre vergangenen Tiefs fallen. Anschließende Erholungen sollten höhere Niveaus mit sich bringen als vorangegangene. Was leicht klingt, ist in Wahrheit aber schwer auszumachen. Denn wer weiß schon, ob das übernächste Tief nicht doch wieder niedrigere Kurse bringt als das vorangegangene?

Fundamental betrachtet ist es auch nicht einfacher, einen Boden zu erkennen. Wer darauf wartet, bis die Wirtschaft wieder anspringt, der wartet zu lange. Bis dahin haben die Kurse einen Großteil ihrer Gewinne gemacht. So war es auch 2003. Ehe die Wirtschaft ab 2004 langsam zu boomen begann, hatte der Dax bereits ein paar tausend Punkte gewonnen.

Aktuell verdeutlichen die mehr als 50 000 Entlassungen bei der Citigroup, wie rasant die Bankenkrise jetzt die Weltwirtschaft erfasst. Massenentlassungen und die globale Krise in der Automobilbranche bestätigen Befürchtungen, dass der Welt 2009 eine globale Rezession bevorsteht. Doch das sind nicht die Hauptgründe, warum es an den Börsen immer weiter nach unten geht. Schließlich haben die großen klassischen Industriewerte wie BASF bereits zwei Drittel ihres Wertes verloren. Bank-Aktien wie die der Deutschen Bank, die zuletzt immerhin noch einen kleinen Gewinn erwirtschaftete, notieren bereits weit unter ihren Tiefständen von 2003. Damals war der Dax bis auf 2 200 Punkte gefallen, also noch einmal gut 50 Prozent niedriger als jetzt. Dennoch fällt die Deutsche-Bank-Aktie weiter. Negative Superlative ändern eben nichts daran, dass es nicht noch weiter runter gehen kann.

Solange Forschungsinstitute nichts weiter als Hoffnung verbreiten, indem sie das Ende der Rezession irgendwann im Laufe des nächsten Jahres vermuten, dies aber mit Fakten nicht belegen können, werden die Börsen kaum einen soliden Halt finden.

Und doch gibt es Indizien, auf die Anleger jetzt achten sollten. Mehr Erfolg als die Konjunkturprognosen der vielen Forschungsinstitute versprachen in der Vergangenheit zuverlässige Frühindikatoren wie die der Einkaufsmanager oder der Verbraucher. Sobald diese längst auf Rekordtief gefallenen Indikatoren nach oben drehen, ohne dass sich die Wirtschaft bereits erholt, werden Anleger wieder Mut fassen, weil sie auf eine bessere Zukunft hoffen.

Auch das ist zwar keine Gewähr dafür, dass die Börsen von Baisse auf Hausse umschalten. Schließlich können auch Frühindikatoren irren und wieder nach unten drehen. Doch je mehr diese sich von ihren Rekordtiefs entfernen, desto tragfähiger erscheint an den Börsen der Boden. Doch Vorsicht: Das ist Zukunftsmusik. So weit sind wir noch nicht.

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