Bulle & Bär
Börsendebütanten 2006: Die vergessenen Neulinge

So viele Unternehmen drängen dieser Tage auf das Börsenparkett, dass diejenigen, die vor kurzem dorthin gegangen sind, schnell in Vergessenheit geraten. Die Frage beispielsweise, wer in diesem Jahr den Reigen eröffnet hat, dürfte bei vielen Anlegern ein Schulterzucken auslösen.

FRANKFURT. Die Lösung lautet Primion Technology, spezialisiert auf Türöffnungssysteme mit Sitz auf der Schwäbischen Alb.

Die Kursentwicklung von Primion ist symptomatisch für eine Reihe von Werten, die alle in der für Börsenkandidaten besten Zeit des Jahres an die Börse kamen, dort hohe Summen erlösten und deren Kurs anschließend abstürzte. Knapp 40 Prozent unter dem Ausgabepreis notiert die Primion-Aktie im Moment, 35 Prozent sind es bei Aleo Solar und 45 Prozent beim Software-Anbieter Magix.

Recht behalten haben damit diejenigen, die während der Zeichnungsphase meinten, all diese Werte seien zwar interessant, man könne sie aber bald schon deutlich billiger kaufen.

Angekommen ist die Botschaft wohl, umgesetzt hat sie indes noch kaum jemand. Das liegt allerdings auch daran, dass einige Unternehmen wenig für die Pflege ihres Images getan haben.

Beispiel Primion: Das Unternehmen, das wegen seiner spezialisierten Produkte bei Kunden hoch angesehen ist, erlebte in den ersten Monaten an der Börse einen Werdegang, der beste Aussichten auf den unrühmlichen Titel „IPO-Zitrone des Jahres“ annehmen lässt. Ein hoher Teil des Emissionserlöses floss in die Taschen des Vorstands, die zentrale Veranstaltung zum Börsengang mit vielen kritischen Fragen entglitt dem Management völlig. Und im Quartal nach dem Börsengang kam es zum Einbruch, weil zwei Großkunden ihre Aufträge verschoben haben. Da zu jener Zeit viele größere und weitaus angesehenere Emissionen anstanden, hatte Primion schnell ein Negativ-Image weg. Das galt aus unterschiedlichen Gründen auch für Magix und Aleo Solar.

Nun aber sind die Voraussetzungen gut, dass aus dem Debakel von einst die Chance von heute wird. Zumal mit den gesunkenen Kursen die Bewertungen der Aktien äußerst attraktiv erscheint.

Primion hat gerade erstmals einen Großauftrag aus Nordafrika, zudem wurde BMW als neuer Großkunde gewonnen. Magix hat vor kurzem eine Kooperation mit www.free.fr, dem zweitgrößten Telekomanbieter in Frankreich bekannt gegeben. Mancher Analyst traut der Aktie schon eine Verdoppelung des Kurses von derzeit neun Euro zu

.

Gleiches gilt für Aleo Solar. Dort hat sich an den Voraussetzungen, die zum Börsengang geherrscht haben, nichts geändert. Nur dass der Ölpreis seither spürbar gefallen ist, was der Alternativen Energie an sich nicht zuträglich war. Zum Einstieg genutzt haben das bisher vor allem Vorstand Jakobus Smit und Aufsichtsrat Marius Eriksen. Die breite Masse hat die Neulinge von einst zu Unrecht längst vergessen.

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