Bulle und Bär
Börsenlaune: Good Day Sunshine

Natürlich freuen sich alle, wenn die Sonne scheint. Gerade nach diesem zuletzt so trostlosen Wochenende. Börsianer müssten sich darüber eigentlich noch ein bisschen mehr freuen, haben doch die beiden US-Wissenschaftler David Hirshleifer und Tyler Shumway bewiesen, dass ein sonniger Morgen auch auffallend oft einen sonnigen Börsentag verspricht.

FRANKFURT. An der Wall Street in New York würden die Kurse, nähme man die Zuwächse von sonnenreichen Tagen, sogar um fast 25 Prozent, pro Jahr steigen. Der Vergleich zur Erfahrung an wolkigen Tagen, wo es aufs Jahr "nur" um knapp neun Prozent nach oben geht, zeigt das ganze Ausmaß.

Ganz Schlaue werden nun sagen, demnach müsste man bloß zwischen Mai und September investieren, weil die Wahrscheinlichkeit an Sonnentagen da erfahrungsgemäß am höchsten ist. Den gewöhnlich ach so grauen November sollte man stattdessen meiden. Ganz so einfach haben es sich die beiden Wissenschaftler indes nicht gemacht. Sie haben die tatsächliche Bewölkung im Vergleich zur durchschnittlichen Bewölkung eines Tages gesetzt und die Konsequenzen für die Kurse aufgezeigt. Und siehe da: In 18 der 26 untersuchten Börsenplätze von A wie Amsterdam bis Z wie Zürich lassen sich Zusammenhänge herstellen. Und das über einen Zeitraum von 15 Jahren hinweg.

Und sogar der Umkehrschluss lässt sich beweisen: Ist das Wetter an einem Tag unterdurchschnittlich schlecht, dann geht es in der Regel auch an der Börse bergab.

Wichtig dabei: Die Wetterlage muss sich bereits früh am Morgen abzeichnen, um entsprechende Rückschlüsse auf den Börsentag ziehen zu können. So zwischen fünf und acht wäre ideal, sagen die Wissenschaftler.

Warum es nun tatsächlich so ist, dass das Wetter die Börsenlaune bestimmt, obwohl in viele Handelssäle überhaupt kein Tageslicht dringt, ist rational nicht nachvollziehbar. Natürlich haben Psychologen schon vor Jahrzehnten herausgefunden, dass Sonnenschein die Laune der Menschen steigen lässt. Der einzige Zusammenhang, der sich hier jedoch herstellen lässt, lautet: Sonnenschein steigert die Laune, und gute Laune steigert die Kurse.

Daraus lässt sich aber leicht Folgendes ableiten: Börsianer, die öfter mit guter Laune zur Arbeit gehen, erzielen die höheren Gewinne. Und an Tagen, an denen man bereits "mit dem linken Fuß aufgestanden ist", sollte man am besten überhaupt keine Entscheidungen treffen. Der oft so einfach dahin gesagte Satz: "Heute wäre ich besser im Bett geblieben", gewinnt demnach eine ganz neue reale Bedeutung.

Die derzeit jahreszeitlich relevante Frage, ob denn Regen und Schnee ebenfalls einen Einfluss auf die Aktienkurse haben, verneinen die beiden Wissenschaftler indes. Insofern können die Börsianer in den nächsten Monaten schon mal auf viele sonnige Wintertage hoffen. Oder noch besser: An ihrer eigenen Launenhaftigkeit arbeiten.

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