Bulle & Bär
Börsianer erwarten Korrektur vor weiterer Erholung Wall Street startet schwach in die Woche – US-Banken im Fokus

An der Wall Street, in Japan und in Russland haben die Aktienindizes gestern überwiegend nachgegeben. Viele Börsen weltweit waren geschlossen, auch in Frankfurt wurde nicht gehandelt. Experten erklärten den Abwärtstrend mit einer generellen Korrektur.

FRANKFURT. So meinte beispielsweise Laszlo Birinyi, Präsident von Birinyi Associates in Connecticut, dass besonders der US-Markt "überkauft" sei. Die Kurse dürften zunächst bis zu zehn Prozent nachgeben, bevor sie ihre Erholung fortsetzen. Birinyi rät Investoren, erst einmal die Bilanzzahlen der Banken zum ersten Quartal abzuwarten.

Nachdem der US-Branchenriese Wells Fargo bereits am Donnerstag überraschend einen hohen Milliardengewinn für die ersten drei Monate des Jahres ausgewiesen hatte, folgen in dieser Woche drei weitere Banken mit ihrem Ergebnis für das Auftaktquartal. Goldman Sachs will morgen die aktuelle Bilanz veröffentlichen, JP Morgan Chase am Donnerstag und Citigroup am Freitag. Zuletzt gab es Spekulationen, Goldman erwäge die frühzeitige Rückzahlung von Staatshilfe - und zwar mit Hilfe einer Kapitalerhöhung. "Die Fesseln loszuwerden, das ist im ureigenen Interesse von Goldman", sagte Analyst Brad Hintz von Sanford C. Bernstein. Gestern legte die Aktie leicht zu, ebenso wie die Titel von Wells Fargo, JP Morgan Chase und Citigroup.

Die Banken sind nur drei von insgesamt mehr als 30 Unternehmen aus dem amerikanischen S&P-500-Index, die in dieser Woche einen Einblick in den aktuellen Geschäftsverlauf geben werden. Unterm Strich dürften die Gewinne zwischen Januar und März bereits das siebte Quartal in Folge gefallen sein, erwarten Analysten. Bewahrheitet sich diese Prognose, wäre dies die längste Negativserie seit dem Ende der Großen Depression in den Dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts.

Doch nicht nur aus den USA werden in den nächsten Tagen Ergebniszahlen erwartet, sondern auch aus Europa. Hier will sich unter anderem der Einzelhändler Carrefour zum Umsatz im ersten Quartal äußern. "Wir erwarten ein sehr schwaches Quartal", sagte Analystin Ingrid Azoulay-Cajfinger von der Deutschen Bank. Sie geht davon aus, dass sich selbst in den Wachstumsmärkten China und Brasilien die Geschäfte verlangsamen. Etwas optimistischer ist ihr Kollege John L. Parker, ebenfalls von der Deutschen Bank, bei Danone. Er empfiehlt die Aktie zum Kauf und verweist darauf, dass sich der Markt für Milchprodukte wahrscheinlich schneller erholen werde als gedacht. Die beiden französischen Konzerne berichten am Donnerstag.

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