Bulle & Bär
Brennstoffzelle: Die nächste Revolution?

Was wird die größte technische Erfindung nach dem Internet? Was revolutioniert die täglichen Abläufe in ähnlicher Weise und bietet dabei für Anleger riesige Chancen wie Risiken?

FRANKFURT. Wissenschaftler wie der amerikanische Vordenker Jeremy Rifkin sind sich bereits seit langem einig: Es wird der massenhafte Einsatz der Brennstoffzelle sein. Dadurch kann Wasserstoff in Strom verwandelt werden und wird so wesentlich leichter einsetzbar als heute. Von der dritten industriellen Revolution nach der Einführung von Kohle und Wasserdampf im 19. Jahrhundert und von Öl und Verbrennungsmotoren im 20. Jahrhundert ist bereits die Rede. Und davon, dass ein klimaneutraler Übergang stattfindet, der der Menschheit ihre Freiheiten belässt: Regenerative Energien – so die Vision – lassen sich zur Herstellung von Wasserstoff nutzen, der dann über Brennstoffzellen die Energie wieder nutzbar macht.

Was in Wissenschaft und Forschung bereits weit gediehen ist, fängt an den internationalen Kapitalmärkten gerade an, erste Kreise zu ziehen. Denn offen betrachtet hat der Investor im Moment noch wenig von dieser Entwicklung. Der Grund: Es gibt kaum Unternehmen, die unter diesem Aspekt interessant sind. Einzig die kanadische Firma Ballard Power gilt seit Jahren als Vorzeigeunternehmen der Branche, auch wenn sie weiterhin rote Zahlen schreibt und ihre Aktie starke Ausschläge zeigt.

Aber es gibt zahlreiche große Konzerne, die – oftmals von der Öffentlichkeit unbeachtet – an der Einführung dieser Technologie forschen. Alle fernöstlichen Technologieriesen gehören dazu, ebenso die gesamte Bandbreite der Automobilhersteller. Einige Technologieunternehmen wollen bereits ab kommendem Jahr mit entsprechenden Produkten an den Markt kommen. Damit könnten in der Praxis Laptops über Tage hinweg mit Energie aus einer Kartusche versorgt werden.

Noch nicht ganz soweit ist die Automobilindustrie, wo sich Autos, Busse und Lastwagen im Moment noch in der Testphase befinden. Doch in drei Jahren will BMW mit einem 7er-Modell mit Wasserstoff-Motor an den Start gehen. Ab 2010 wollen Toyota, Honda und General Motors erste Serienmodelle verkaufen. Die Amerikaner haben erst letzte Woche eine Offensive angekündigt, um ihr derzeit angekratztes Image mit „grünen“ Themen aufzumöbeln.

Ähnlich interessant sind die aktuellen Entwicklungen um die Brennstoffzelle für Unternehmen aus dem Bereich der Regenerativen Energie. Deren großes Manko – die mangelnde Speicherbarkeit von Energie aus Sonne, Wind und Biomasse – wäre damit vom Tisch. Gerade für die massenhafte Anwendbarkeit würde das den Durchbruch bedeuten.

Noch beobachten viele Investoren die Entwicklungen rund um die Brennstoffzelle. Schon ab dem nächsten Jahr dürfte es erste, wenn auch spekulative Einstiegsmöglichkeiten geben.

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